John Williams

Stoner

Roman
Cover: Stoner
dtv, München 2013
ISBN 9783423280150
Gebunden, 352 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird - es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ. Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen. "Stoner", erschienen 1967, erscheint in der Übersetzung von Berhard Robben zum ersten Mal auf Deutsch.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.11.2013

Ulrich Greiner freut sich sehr über die überfällige Entdeckung des amerikanischen Autors John Williams. Dessen Roman "Stoner", dem in den Sechzigern keine große Beachtung geschenkt wurde, ist eigentlich eine ziemlich normale Geschichte, erklärt der Rezensent: ein Bauernsohn wird mit emsigem Eifer Professor, heiratet, führt eine unglückliche Ehe, zweifelt zeitlebens am Sinn des Lebens und verliebt sich gegen Ende desselben noch einmal ganz fürchterlich, fasst Greiner zusammen. Williams ist aber so zurückhaltend mit Erklärungen und Deutungsleitfäden, dass es dem Rezensenten vorkommt, als wäre "Stoner" nicht aus dem Leben gegriffen und erzählerisch zurechtgebogen, sondern in seiner "mittleren Menschlichkeit" belassen und einfach vor uns gestellt worden. Die große Stärke dieses Buches ist, dass man es nicht eigentlich ganz verstehen kann, findet Greiner.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2013

Einen großen Unbekannten der amerikanischen Literatur entdeckt Maria Frisé mit John Williams und seinem 1965 erstmals publizierten Roman "Stoner". Die leise, aber eindringliche Geschichte um einen frustrierten Hochschulprofessor auf der Suche nach Glück liest Frisé als einen Klassiker der Moderne. Große Themen, wie Würde und Liebe, aber auch den bigotten Unibetrieb in den 60ern behandelt der Text auf eine Frisé sehr beeindruckende Weise. Genau und anrührend, sodass der stille Held des Buches der Rezensentin sogleich ans Herz wächst. Die Übersetzung durch Bernhard Robben lobt Frisé gleichfalls in höchsten Tönen. Eine glasklare Empfehlung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Für Rezensent Christopher Schmidt ist John Williams bereits 1965 erschienener Roman "Stoner" schlichtweg die "beglückendste Wiederentdeckung" dieser Saison. Denn obwohl es laut Schmidt zunächst lediglich um einen uncharismatischen und grauen Literaturdozenten aus einfachen Verhältnissen geht, der es nie weiter als bis zum Assistenzprofessor brachte und früh gealtert mit seiner Dissertation in der Hand stirbt, entdeckt der Kritiker in diesem Buch eine so wundervolle Liebesgeschichte, dass er sich zu der Behauptung hinreißen lässt, keine der Liebesgeschichten dieses Herbstes dringe so weit vor zum "Glutkern des Seins". Und so folgt Schmidt diesem zwischen Pädagogik und Erotik tänzelnden Helden, für den "Konjugation und Kopulation" dasselbe zu sein scheinen und der zu einer "Ikone der heroischen Beharrlichkeit" wird wie es sie seit Herman Melvilles "Bartleby" nicht mehr gegeben hat. Nicht zuletzt lobt der Rezensent die Übersetzung Bernhards Robbens, der Williams' wunderbar wirkungsvolle Prosa brillant ins Deutsche übertragen hat.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2013

Im 1965 publizierten Roman des amerikanischen Literaturwissenschafters und Schriftstellers John Williams regiert das Karge und das Nüchterne, berichtet die Rezensentin Angela Schader. Williams' Protagonist William Stoner bestreitet eine dürftige akademische Karriere an der Universität von Missouri in Columbia, nachdem er der elterlichen Farm entkommen ist, fasst die Rezensentin zusammen. Dazu ist er unglücklich verheirat, zuhause führt er einen Kleinkrieg mit seiner Frau Edith, der noch "der Permafrost gutbürgerlicher Sitten" anhaftet, erklärt die Rezensentin. Die einzige Tochter ist Alkoholikerin und leidet nicht minder unter ihrem eigenen Eheleben. Lichteinfälle in dieses düstere Szenario gibt es nur selten, verrät Schader, das Buch glänzt durch seine Sprache, nicht durch Gefälligkeit, findet sie. Dass es das auch im Deutschen tut, ist dem versierten Bernhard Robben zu verdanken, lobt die Rezensentin und bedankt sich beim Verlag für die treffliche Wahl.
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