John Mendelssohn

Warten auf Kate

Roman
Cover: Warten auf Kate
Rockbuch Verlag, Schlüchtern 2005
ISBN 9783927638303
Gebunden, 352 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Silvia Morawetz und Werner Schmitz. Leslie Herskovits, der heftige Bewunderer der exzentrischen Kate, ist ein Mann, der als amerikanisches Unterwäsche-Model beneidenswert gut aussieht, sich jedoch selber verachtet. Als endlich klar wird, dass Kate ihre Fans habituell auf neue Alben warten lässt, sieht er sich längst als den widerlichsten Fettsack und Loser, der jemals britischen Boden betreten hat. Nur weil er Kates achtes Album nach nunmehr über elf Jahren des Wartens nicht verpassen will, verzichtet er darauf, sich von einem Hochhaus in den Tod zu stürzen...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.11.2005

Bestens unterhalten hat sich Rezensent Oliver Fuchs bei der Lektüre von John Mendelssohns Roman über ein Ex-Model für Herrenunterwäsche, das sein Leben Kate Bush geweiht hat. Auch wenn der Fan als solcher bei Kulturkritikern einen denkbar schlechten Ruf hat, wie Fuchs anmerkt, ist er sichtlich für Mendelssohns Protagonist Leslie Herskovits eingenommen, der einen Selbstmordversuch nur deshalb abbricht, weil ihm ein Polizist versichert, Kate Bush werde innerhalb der nächsten sechs Monate ihr lang angekündigtes neues Album herausbringen. Fuchs charakterisiert Herskovits, der sich mit seiner genusssüchtige Ex-Frau, der verwöhnten Tochter Babooshka sowie diversen stupiden Jobs herumärgern muss, als "kapriziösen Typ", als "blitzgescheit und hochneurotisch". Deutlich wird für Fuchs, dass Fansein ein "permanenter schöpferischer Akt" und obendrein sinnstiftend ist. Mendelssohn rekapituliere nach dem Prinzip Schnitt-Gegenschnitt sowohl das Leben des Helden als auch die Biografie Kate Bushs. Die Beschäftigung mit Bush erscheine als der "transzendentale Dreh- und Angelpunkt dieser gebeutelten, aber durchaus nicht verkorksten Existenz". Einziges Manko des Buchs ist die gelegentlich "sehr hohe Gag-Dichte", die ein wenig an die "Nackte Kanone", Teil eins bis 33 1/3 erinnert. "Aber seien wir nicht überkritisch", resümiert der Rezensent. "Hauptsache ist doch, dass man hier etwas fürs Leben lernt: Halt dich an deiner Liebe fest!"
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