John Keane

Vaclav Havel

Biografie eines tragischen Helden
Cover: Vaclav Havel
Droemer Knaur Verlag, München 2000
ISBN 9783426271926
Gebunden, 544 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Vaclav Havel, seit zehn Jahren Präsident der Tschechischen Republik, ist eine moralische Institution. Ihm ist die stabile Demokratie zu verdanken und es war sein Ruhm als unerschrockener Kämpfer gegen das kommunistische Regime, der zur internationalen Anerkennung seines Landes beitrug. Aber Havel, berühmter Dramatiker und Politiker zugleich, droht an der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu scheitern. Keanes großartige Biografie beschreibt diese Tragik.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.12.2000

Ein Verriss. Christian Schmidt-Häuer lässt kein gutes Haar an dieser Biografie. Das Konzept des Autors, das Leben Havels als Tragödie zu inszenieren, scheitere an zu vielen "Fehlern, Pathos und soziologischen Seminarweisheiten". Und Schmidt-Häuer bringt Beispiele, dass man tatsächlich Bauklötze staunt. Während "lustige" Stilblüten natürlich auch eine Sache des Lektorats sind, wie der Rezensent einräumt, bleiben inhaltliche Mängel stets am Autor hängen: Dass Keane es etwa fertig bringt, das Jahr 1968 ohne seine wichtigsten Akteure zu schildern, kann Schmidt-Häuer kaum fassen. Die "größte Unterlassungssünde" aber erkennt er darin, dass Keane die böhmische Geschichte ignoriert: "Sie hätte ihm den Schlüssel zur wirklich tragischen Note in der Bilanz dieses Staatsmannes liefern können."
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