John Fowles

Magus

Roman
Cover: Magus
März Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783755000624
Gebunden, 850 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Lehmann. lllusion, Macht, Geheimnis: 'Magus' lässt Realitäten verschwimmen, ein literarisches Vexierspiel aus Rätseln und philosophischen Fragen.Der junge Engländer, Nicholas Urfe, ist des Lebens überdrüssig und verlässt sein langweiliges Leben in England. In der Hoffnung, dass seine Dämonen sich in der Sonne besser unter Kontrolle halten lassen, nimmt er einen Lehrauftrag auf einer abgelegenen griechischen Insel an. Als die Dunkelheit ihn auch dorthin verfolgt, schließt er eine Freundschaft mit einem zurückgezogenen Millionär. Schon bald findet er sich als Schachfigur im tödlichen Spiel dieses Tricksers aus Gewalt, Verführung und Verrat wieder. Je tiefer Nicholas in die psychologischen Fallen des Magus hineingezogen wird, desto schwerer fällt es, Vergangenheit von Gegenwart und Fantasie von Realität zu unterscheiden. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.06.2026

Rezensent Samuel Hamen ist überaus glücklich, dass John Fowles' Debüt nun endlich in vollständiger Form auf Deutsch erscheint. Dass Leser in Amerika den Autor nach dessen Drogenerfahrung gefragt haben, verwundert ihn beim wilden Aufbau der Geschichte nicht: Der Erzähler Nicholas Urfe erlebt den Tod seiner Eltern bei einem Flugzeugabsturz als Befreiung von einem großen "Hemmschuh" und lebt von da an ein ziemlich ekstatisches Leben, lesen wir. Vor seiner Londoner Beziehung fliehe er nach Griechenland, wo er sich von seinem Job als Internatslehrer mehr erhofft hätte, erst das Treffen mit einem Millionär bringe wieder Bewegung in sein Leben. Für Hamen entspannt sich ein manipulativer Sog zwischen dem als Psychiater (un-)tätigen Reichen, Nicholas und den Mitteln der Fiktion, die hier ein spannendes Buch ermöglichen, das in Debatten um Verantwortung, Gewalt und Imagination führt, die der meisterhafte Psychiater zu seinen Gunsten spinnt. Für den Kritiker ein Buch, das trotz seines Alters eine Menge auch über unsere Gegenwart zu sagen versteht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.05.2026

Rezensent Maximilian Mengeringhaus ist höchst erfreut, dass es nun endlich eine ungekürzte und neu übersetzte deutsche Fassung von John Fowles' erstem Roman gibt: Er handelt von dem 26-jährigen Nicholas Urfe, der vor einer Affäre in ein griechisches Inselinternat flieht. Er kommt nicht mit der spießigen 1950er-Jahre-Gesellschaft zurecht, ebensowenig mit sich selbst - die Bekanntschaft mit dem mystischen Multimillionär Maurice Conchis verspricht Abwechslung, lesen wir. Über den zirkulieren die wildesten Gerüchte, so Mengeringhaus, er spielt seine "Psychospielchen" mit Nicholas, der bald nicht mehr weiß, was echt ist zwischen den Geheimnissen der Welt und den griechischen Mythen. Der Kritiker liest hier einen "postmodern gebrochenen" Bildungsroman voller spannender Volten, der, abgesehen von kleinen Hängern, einfach Spaß macht, weil er volles Risiko fährt.

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