Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel. Mit einem Nachwort von Thomas Macho. "Das Verhältnis zwischen dem aufgehenden Humanismus und dem absterbenden
Geist des Mittelalters ist weit weniger einfach, als wir es uns
vorzustellen geneigt sind. Für uns, die wir die beiden Kulturkomplexe
scharf getrennt betrachten, hat es den Anschein, als müsste die
Empfänglichkeit für die ewige Jugend der Antiken und die Negierung des
ganzen verbrauchten Apparats des mittelalterlichen Gedankenausdrucks wie
eine Offenbarung gekommen sein. [...] So ist es aber nicht. Mitten im
Garten des mittelalterlichen Gedankens, zwischen den üppigen Wucherungen
der alten Vegetation, ist allmählich der Klassizismus herangereift."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2019
Rezensent Andreas Beyer empfiehlt Johan Huizingas Klassiker in der Neuübersetzung von Annette Wunschel weniger als philologische Handreichung denn als Haltungsübung. Dazu passt für Beyer, dass der Band in den Kulturwissenschaften wohl bekannt ist, aber diskursiv kaum verhandelt wird. Beyer aber findet Huizingas Abheben aufs Transitorische zwischen den Epochen und auf das Realitätsflüchtige der von ihm in den Blick genommenen Zeit, das der Autor vor allem an bildender Kunst und Literatur exemplifiziert, weniger an Politik und Wirtschafts- und Sozialgeschichte, höchst zeitgemäß und mitreißend.
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