Matthias Reichelt bietet zunächst eine Art Kurzbiografie über Jörg Schröder, in der er an die Bedeutung des Autors als Leiter des MÄRZ-Verlags erinnert. Schröder hat nun, wie der Leser erfährt, mit seiner Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Barbara Kalender sein Leben in 40 kleinen einzelnen Bänden herausgegeben, wo er in stark subjektiver Weise - wie Reichelt betont - Anekdoten und Geschichten aus seinem Leben und seiner Arbeit erzählt. Dies liest sich, so der Rezensent, wie ein "unverschlüsseltes "Who is who der offiziellen und subkulturellen Bundesrepublik", wobei der Autor offenbar besonders mit seinen ehemaligen 68er-Weggefährten nicht gerade zimperlich umgeht. Reichelt erläutert, dass Schröder - um Gegendarstellungen und Unterlassungsklagen zu vermeiden - ein ganz spezielles Vertriebssystem gewählt hat. So werde jedes einzelne Buch dem Leser gewidmet, bei einer Bestellung muss dieser also seinen Namen angeben. Außerdem sei die Auflage so niedrig, dass sich eine Klage gegen Schröder gar nicht lohnt und es außerdem auch keinen Lagerbestand gibt. Jedes Exemplar werde quasi in Handarbeit hergestellt. Dabei ist "editions- und drucktechnisch (...) alles vom Feinsten", wie der Rezensent anmerkt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…