Jochen Jung

Das süße Messer

Eine Novelle
Cover: Das süße Messer
Haymon Verlag, Innsbruck - Wien 2009
ISBN 9783852186139
Gebunden, 130 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Was weißt du denn schon von der Liebe? Mit diesem Vorwurf ihrer Tochter beginnt der Tag für Ute Cantz. Sie wird ihn nicht mehr vergessen, und das nicht nur, weil es der Vorabend ihres fünfzigsten Geburtstags ist. Am Ende dieses Tages wird sie einiges mehr von der Liebe wissen als zuvor. Durch ein kleines, aber folgenreiches Missgeschick in einer Tiefgarage tritt mit Nachdruck ein Mann in ihr Leben, der dort auch bleiben möchte. Aber da ist schon ein anderer, der sich noch lange nicht zurückziehen wird oder doch? Ute Cantz ist Kunsthistorikerin, offen für das Schöne und Überraschende, und es sieht ganz so aus, als würde sie sich mutwillig auf ein Risiko einlassen, das bedeutet: Soll doch das Leben selbst entscheiden, wo es mit ihr hinwill.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2010

Samuel Moser formuliert noch mal die hohen Ansprüche an eine Novelle: Sie muss die unerhörte Begebenheit von Beginn an erahnbar, aber keinesfalls vorhersehbar gestalten und darin auch mehrmaliger Lektüre standhalten. Inwieweit dies Jochen Jungs als "leichtfüßig" gepriesene Novelle um eine Kunsthistorikerin, der eine zufällige Begegnung neben dem schon bestehenden Verhältnis mit einem Malermeister zu einem weiteren Liebesabenteuer verhilft, zu leisten vermag, will der Rezensent nicht entscheiden. Aber obwohl Moser die gelegentlich zu deutlichen Verweise und nicht gerade subtilen Verknüpfungen, so manchen Manierismus und mitunter allzu schematische Figurenzeichnung kritisiert, ist die Novelle in seinen Augen dennoch gelungen. Mit leichter Hand erzählt Jung darin von "Zufall, Schicksal und Charakter", lobt Moser angetan.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2009

Rezensent Martin Lhotzky hat Jochen Jungs Novelle "Das süße Messer" offenbar gern gelesen und das, obwohl nichts "Weltbewegendes" darin passiert, wie er meint. Es kommen darin vor: Kunsthistorikerin Ute am Vortag ihres 50. Geburtstags, Tochter Ruth, die durch eine unklare Diagnose verunsichert ist, Utes Liebhaber Zumbach und eine überraschende Affäre, fasst der Rezensent zusammen. Und wenn er auch feststellen muss, dass sich seine Empathie mit den Figuren in Grenzen hält - dafür gibt ihm die kurze Geschichte nicht genug Zeit - und auch die "ganz großen Gefühle" nicht beschworen werden, lobt er doch die Leichtigkeit, mit der der Autor von einer unerwarteten Begegnung und ihren Folgen erzählt. Die Wahl der Novellenform hat ihn dabei zwar überrascht, aber letztlich überzeugt, wie er durchblicken lässt.
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