Jochen Hörisch

Tauschen, sprechen, begehren

Eine Kritik der unreinen Vernunft
Cover: Tauschen, sprechen, begehren
Carl Hanser Verlag, München 2011
ISBN 9783446230729
Kartoniert, 367 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Es gibt drei Herausforderungen, für die Gesellschaften immer eine Lösung finden müssen: wie sie den Austausch von Waren organisieren, wie Kommunikation abläuft, und nach welchen Regeln sie erotische Beziehungen eingehen. Die Praxis des Sprechens, Tauschens und Begehrens verbindet daher die Menschen über alle Unterschiede hinweg. Dabei folgen sie Maximen, die den Idealen einer universalen und reinen Vernunft vollständig entgegengesetzt sind. Dementsprechend bewegen sich Jochen Hörischs Studien über ein Terrain zwischen Literatur, Kunst und Philosophie: als Aufforderung, der unreinen Vernunft zu ihrem Recht zu verhelfen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.07.2011

Rezensent Mario Scalla schätzt diesen Band des Germanisten und Medienforschers Jochen Hörisch mit Essays aus drei Jahrzehnten und zwei Neuveröffentlichungen als überaus anregend ein. Im Mittelpunkt sieht er die Neuinterpretation von Kants "Kritik der reinen Vernunft", der Hörisch unter Bezugnahme auf den neomarxistischen Theoretiker Alfred Sohn-Rethel eine Theorie der unreinen Vernunft gegenüberstellt, die das Transzendentalsubjekt in die Sphäre des Warentauschs plaziert. Damit gelingt dem Autor nach Ansicht von Scalla auch eine überzeugende Rehabilitation des in seinen Augen lange unterschätzten Sohn-Rethel. Wie Hörisch dessen Gedanken, das scheinbar Reine sei im Grunde unrein, auf verschiedenen Gebieten, dem der Politik, der Medien und Religion ausführt, findet der Rezensent zwar nicht völlig "überraschend", aber doch sehr erhellend.

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