Jocelyn Saucier

Niemals ohne sie

Roman
Cover: Niemals ohne sie
Insel Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783458178002
Gebunden, 255 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Sonja Finck und Frank Weigand. Die Cardinals sind keine gewöhnliche Familie. Sie haben den Schneid und die Wildheit von Helden, sie haben Angst vor nichts und niemandem. Und sie sind ganze dreiundzwanzig. Als der Vater in der stillgelegten Mine eines kanadischen Dorfes Zink entdeckt, rechnet der Clan fest mit einem Anteil am Gewinn - und dem Ende eines kargen Daseins. Aber beides wird den Cardinals verwehrt, und so schmieden sie einen explosiven Plan, der, wenn schon nicht die Mine, so wenigstens die Ehre der Familie retten soll. Doch der Befreiungsschlag scheitert und zwingt die Geschwister zu einem Pakt des Schweigens, der zu einer Zerreißprobe für die ganze Familie wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2019

Sogkraft und Spannung attestiert Niklas Bender diesem in Kanada bereits im Jahr 2000 erschienenen und nun von Sonja Finck und Frank Weigand "flott" übersetzten Roman von Jocelyn Saucier. Erzählt wird die Geschichte einer anarchischen Großfamilie, die zunächst von der örtlichen Zinkmine lebt - bis die Mine und in Folge die Kleinstadt im Westen Quebecs aufgegeben wird und die Familie das Regiment in der verwildernden Stadt übernimmt. Bei einem Sprengunfall stirbt eines der 21 Kinder der Familie, dessen Tod wird allerdings von der Mutter durch eine vorgetäuschte Reise verheimlicht - bis bei einem Familientreffen dreißig Jahre später alles nach und nach herauskommt, resümiert der Kritiker. Wie die ehemalige Journalistin Saucier den Leser in wechselnden Erzählsträngen und Perspektiven Stück für Stück in die verschiedenen Abgründe ihrer Geschichte hineinzieht, hat den Rezensenten beeindruckt. Ein "grandioser Höllenritt", dem man die ein oder andere langatmige Passage gern verzeiht, schließt er.
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