Jens Renner

Der neue Marsch auf Rom

Berlusconi und seine Vorläufer
Cover: Der neue Marsch auf Rom
Rotpunktverlag, Zürich 2002
ISBN 9783858692405
Kartoniert, 224 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Seit seinem Wahlsieg im Mai 2001 arbeitet der von Silvio Berlusconi angeführte Rechtsblock daran, in Italien erneut ein autoritäres Regime zu etablieren. Maßnahmen gegen die Ausschaltung regierungskritischer Stimmen auch in den öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen sollen die Herrschaft der italienischen Rechten dauerhaft absichern. Seit den 1970er-Jahren bemühen sich Historiker und Publizisten, Mussolinis "edle Absichten" und die "guten Seiten" des historischen Faschismus herauszustellen. Dadurch wurde auch die Rehabilitierung der neofaschistischen Partei möglich, die bis 1994 als nicht koalitionsfähig galt. Renner widerlegt dieses Gerede, indem er dessen Ideologie und Politik analysiert und auf das Italien von Berlusconi, Bossi und Fini überträgt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.11.2002

Ruth Jung hält das Buch des Publizisten Jens Renner über die politische Entwicklung des Faschismus von Mussolini bis Berlusconi für sehr wichtig. Denn zum einen mache der Autor deutlich, dass sich Italien in Fragen des Rechtsstaats in einer sehr heiklen Situation befinde, der die EU bedauerlicherweise wenig Aufmerksamkeit schenke. Zum anderen, so die Rezensentin, zeige der Autor die Parallelen und Unterschiede zwischen Mussolinis Faschismus und dem der neuen Rechten unter Berlusconi auf und präsentiere dem Leser einen "gelungenen Versuch einer Bilanz" der einjährigen Regierungszeit des Staatschefs. Besonders "herausragend" findet Jung Renners Analyse der Alleanza Nazionale, die in einer geschickten "Doppelstrategie" ihren faschistischen Kern verschleiere und sich stets auf die positiven Seiten des Faschismus berufe. Anlass zur Entspannung, so das Fazit der Rezensentin, gebe Renners Buch sicher nicht, aber Anlass zur Hoffnung auf einen politischen Umschwung sei angesichts der neuerdings stattfindenden Demonstrationen und Bürgerbündnisse gegen Berlusconi trotzdem gegeben, stimmt Jung dem Autor zu.
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