Der Beduinengeneral Amr hat den Auftrag, in Alexandria die berühmteste Bibliothek der Antike zu vernichten und so alle Schriften, die sich gegen die Lehre des Propheten Mohammed richten, zu zerstören. Der griechische Philosoph Philoponos, der jüdische Arzt Rhazes und die Mathematikerin und Musikerin Hypathia versuchen ihn davon abzubringen. In leidenschaftlichen Plädoyers schildern sie Amr die Geschichte der wertvollen Bibliothek. Der Astrophysiker Jean-Pierre Luminet gibt seinen Lesern in dem Roman auf humorvolle und unterhaltsame Weise einen Überblick über das gesamte antike Weltwissen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.10.2003
Eigentlich nicht schlecht, die Idee, findet David Oels: Ein "Roman des antiken Weltwissens", in dem die Hüter des großen Bibliothek von Alexandria - christlicher Philosoph, jüdischer Arzt, griechische Mathematikerin - anno 642 dem arabischen General, der soeben die Stadt erobert hat, mit Geschichten über den Reichtum dieser Büchersammlung gegenübertreten, um ihn zur Bewahrung des Schatzes zu bewegen. Außerdem, berichtet Oels, bringt die Mathematikerin ihre weiblichen Reize ins Spiel (und das Buch damit für den Rezensenten in Kitschverdacht). Doch es nützt alles nichts: die antiken Bücher gehen in Flammen auf, und das neue, das sich der Geschichte Alexandrias gewachsen zeigt, bleibt weiterhin ungeschrieben. Luminet jedenfalls reduziere sie "zur Parabel auf die von Mächtigen und religiösen Fanatikern stets bedrängte Wissenschaft". Es bleibt also bei der guten Idee.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2003
Auch wenn ein gelehrtes Streitgespräch den Kern des Buches bildet, so habe der Autor, der französische Astrophysiker Jean-Pierre Luminet bewusst keinen historischen Essay geschrieben, sondern einen unterhaltsamen und stilistisch ansprechenden Roman verfasst, führt Rezensent Karl Christ gleich in medias res. Gegenstand des Disputes ist die alexandrinische Bibliothek, die größte Bibliothek und Forschungsstätte der antiken Welt, die durch den Feldherrn Amr zerstört werden soll. Drei gelehrte Fürsprecher findet die Bibliothek, darunter eine Frau, die Musikerin und Mathematikerin Hypatia, die wohl von Luminet als einzige Figur frei erfunden ist, mutmaßt der Rezensent. Den Dreien gelänge es zwar, Amr vom Rang der Bilbiothek und des angesammelten Weltwissens zu überzeugen, nicht aber den Kalifen umzustimmen. Der Roman verfügt über eine gelungene Mischung von Unterhaltung und Vermittlung historischen Wissens, lobt Christ, plädiere darüber hinaus auf unpathetische Weise auch für Toleranz und schärfe das Bewusstsein für Gewinn und Verlust menschlichen Wissens.
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