Klappentext
Drei Tage vor der Bundestagswahl 2029 verliert Jonas seinen Vater. Während er mit der Trauer ringt und versucht, seinem kleinen Sohn den Tod des Opas zu erklären, kämpft Estelle im Team von Spitzenkandidatin Sandra Terzinger-Köhn um politischen Einfluss - und gegen die Kälte im Bundestag. Selbst ein Neonazi-Anschlag auf friedliche Demonstrierende ist dort kaum der Rede wert. Jonas und Estelle verbindet indes eine fragile Situationship - intensiv, wenn sie sich sehen, fast wortlos dazwischen. In einer Welt, die immer kälter und rauer wird, suchen sie beide nach Halt - und fragen sich: Was ist, wenn ich dich brauche?
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.07.2026
Ok, der Autor des Romans war mal Redenschreiber, und seine Chefin war keine andere als die fesche Linkspartei-Politikerin Heidi Reichinnek. Aber Rezensent David Hinzmann gibt gleich Entwarnung: Dies hier ist kein Schlüsselroman, das aktuelle Politikpersonal findet sich hier nicht wieder. Sonst gilt aber : Kitsch as Kitsch can - das politische Koordinatensystem der Linkspartei ist in diesem leicht dystopischen Roman voll intakt, so der Rezensent. Hier die guten "Antifaschisten", dort die bösen Faschisten. Es geht um die Frage, ob es der Protagionistin Essi, Mitarbeiterin einer "progressiven" Poltikerin im zynischen Poltikbetrieb - und Kindler scheint immerhin realistisch genug zu sein, diesen Zynismus auch bei den "Progressiven" zu verorten - gelingt, ihren Prinzipien treu zu bleiben und den drohenden Faschismus abzuwehren. Es bleibt offen, so der Rezensent,der den Roman als Politthriller manchmal etwas holzschnitthaft, am Ende aber elegant findet.
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