Jean-Michel Nectoux

Gabriel Fauré. Iconographie

Cover: Gabriel Fauré. Iconographie
Bärenreiter Verlag, Kassel 2025
ISBN 9783761826102
Gebunden, 235 Seiten, 230,00 EUR

Klappentext

In französischer, englischer und deutscher Sprache. Gesammelt, herausgegeben und kommentiert von Jean-Michel Nectoux, der Fauré über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren zum Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit. Dieser Band beleuchtet in Bildern und Fotos verschiedene Aspekte der Persönlichkeit Gabriel Faurés (1845-1924): den Menschen im Kreis seiner Verwandten und Freunde, den Musiker mit Kollegen und im Kontext der Orte seines Wirkens und seiner Zeit. Fauré war ein attraktiver Mann mit ausgeprägtem Charme und starker Anziehungskraft. Seine Physiognomie inspirierte viele Maler wie Eugène Baugnies, Paul Mathey, Antonio Argnani, Théo Van Rysselberghe, Ernest Laurent und Jacques-Émile Blanche; am bekanntesten ist sicher das Ölgemälde seines britischen Freundes John Singer Sargent. Auch aufgrund der öffentlichen Ämter, die Fauré bekleidete, ist die Zahl der Fotografien, auf denen er abgebildet ist, gewaltig: Zunächst Organist an der Madeleine wurde er Kompositionslehrer am Pariser Conservatoire, dann Direktor dieser Institution und schließlich Mitglied des Institut de France.Die Ikonografie umfasst außerdem eine Auswahl von Dokumenten: Manuskripte, Plakate, Kostüme, Szenenfotos seiner Bühnenwerke sowie illustrierte Einbände von Originalausgaben. Und schließlich sind auch Fotos, die Fauré selbst gemacht hat, enthalten. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2025

Staunend betrachtet Rezensent Jan Brachmann Jean-Michel Nectoux' Bildband, der sich dem Leben des Komponisten Gabriel Fauré widmet und dessen Begleittexte auf Englisch und Französisch verfasst sind - die Einleitung hingegen auf Deutsch. Fauré spielte eine wichtige Rolle für Proust und dessen "Suche nach der verlorenen Zeit", was auch im Buch abgebildet wird, in dem unter anderem Fotografien des realen Vorbildes des Baron de Charlus auftauchen. Freilich wird auch Faurés eigene Biografie hier reichhaltig bildlich eingefangen, von seiner Kindheit über die Pariser Studienjahre bis zu seinem Eintritt in die Salons der großen Gesellschaft. Aus einigen Bildern meint Brachmann Rückschlüsse ziehen zu können über Faurés Ehe, die wohl nicht allzu glücklich verlief, insbesondere für seine kaum lächelnde Frau: Schuld daran waren möglicherweise Faurés zahlreiche Affären. Dass unter den zahlreichen Kontakten Faurés ausgerechnet sein Mentor Turgenjew fehlt, findet der Kritiker zwar bedauerlich. Insgesamt aber erfreut er sich an einem schönen Buch über ein reiches Leben in einer faszinierenden Epoche.