Jasper Fforde

Der Fall Jane Eyre

Roman
Cover: Der Fall Jane Eyre
dtv, München 2004
ISBN 9783423243797
Kartoniert, 376 Seiten, 14,50 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Lorenz Stern. Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialeinheit gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, dass ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Bronte entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thurday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in der Klemme sitzt, erscheint aus dem Nichts ihr von der ChronoGarde ausgestoßener, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar entscheidende Minuten die Zeit anzuhalten ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2004

Marion Löhndorf schließt sich im Wesentlichen dem Urteil der Kritik des englischsprachigen Originals an, die diesen Roman von Jasper Fforde als eine Mischung aus "Science-fiction, Comic und literarischem Rätselspiel" charakterisiert hat. Die Rezensentin ist ziemlich beeindruckt von der rasanten Handlung, in der die Agentin Thursday Next den Bösewicht Acheron Hades davon abhalten soll, berühmte Werke der Literatur aus dem "Gedächtnis der Menschheit zu tilgen" und nach eigenem Gutdünken zu "manipulieren". Dabei entfalte der Roman ein "hohes Maß an unterhaltsamem Irrwitz" und warte mit einer schier "unendlichen" Menge von phantastischen Einfällen auf, so Löhndorf fasziniert. Sie räumt ein, dass man angesichts des hohen "Tempos" der Handlung und des wilden Wechsels zwischen den verschiedenen Zeit- und Raumebenen schon mal den Überblick verlieren kann. Auch lässt sie keinen Zweifel daran, dass der britische Autor seine Figuren psychologisch in keiner Weise entwickelt und die Protagonisten damit "eindimensional wie in einem Comic" bleiben. Aber, so die Rezensentin trotzdem angetan, ist das wohl auch so gewollt und der Roman verbreitet dabei, auch wenn mal wieder eine der Figuren eines gewaltsamen Todes stirbt, "kontinuierlich gute Laune".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.02.2004

In eine Reihe mit Conan Doyles Sherlock Holmes, Dorothy Sayers' Lord Peter Wimsey und Douglas Adams' Dirk Gently stellt Rezensent Tobias Gohlis die Detektivin Thursday Next, die sich in Jasper Ffordes neuem Buch anschickt, das Unmögliche aufzudecken. Der Autor imaginiert das England von 1985 als Leseland, in dem Bücher das kostbarste Gut sind und die Kinder in Scharen auf Jane Austen oder Charles Dickens getauft werden. Und weil, so der Rezensent, die Bösewichter "innovativ immer auf Draht sind", wird die Regierung mit der Drohung erpresst, Figuren aus dem Roman Jane Eyre zu entfernen. Ein "schlauer, herrlicher Spaß", der in einem England spielt, das zugleich bekannt und vollkommen fremd erscheint, meint Gohlis und kann es kaum erwarten, dass weitere Bände der schrägen Reihe ins Deutsche übersetzt werden.

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