James Joyce

Finn's Hotel

Cover: Finn's Hotel
Suhrkamp Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783518424544
Gebunden, 104 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Friedhelm Rathjen. "Finn s Hotel", so hieß das Hotel, in dem Nora Barnacle, die spätere Ehefrau von James Joyce, als Zimmermädchen arbeitete. Ganz am Anfang der Überlegungen, aus denen "Finnegans Wake" hervorgehen sollte, fragte sich Joyce: Wie wäre es, wenn man Irlands Vergangenheit in den Träumen des am Ufer der Liffey schlafenden mythischen Helden Finn McCool Revue passieren ließe? Das Buch "Finn s Hotel" besteht aus einer Folge von Fabeln und Prosatexten zu den entscheidenden Momenten der irischen Geschichte, beginnend mit der Ankunft St. Patricks auf der Grünen Insel im Jahr 432: des Heiligen, der Irland bekehrt? Nein, Irland bekehrt ihn zu allem, was irisch ist. Joyce schrieb die zehn Episoden 1923, ein halbes Jahr, nachdem er sich vom "Ulysses" befreit und lange bevor er einen genaueren Plan für "Finnegans Wake" gefasst hatte. Danis Rose suchte die im Nachlass der "Finnegans Wake"-Papiere verstreuten Geschichten zusammen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.11.2014

Einen Heidenspaß hat Sylvia Staude mit dem von Danis Rose herausgegebenen und von Friedhelm Rathjen, wie Staude meint, grandios übersetzten fünf kleinen Texten von James Joyce. Stilistisch und entstehungszeitlich irgendwo zwischen "Ulysses" und "Finnegan's Wake", sind sie für Staude mitnichten bloß Entwürfe, wie die Gegner der Roseschen Veröffentlichung behaupten. Staude immerhin hat Freude an ihrer sprachspielerischen Kraft, auch dass sie nicht so hermetisch sind wie der Roman, gefällt ihr. Die mit dem kleinen Band und den um irische Mythologie und Geschichte kreisenden laut Staude schwankartigen Storys gemeinte Aufforderung zur Lektüre von Joyces mächtigem Werk nimmt die Rezensentin gerne an.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2014

Danis Rose, der Herausgeber der englischen Ausgabe von "Finn's Hotel", einer Sammlung einiger Texte von James Joyce, ist sich sicher, mit den "epiclets", wie Joyce sie nannte - "Mini-Epen" tauft Lothar Müller sie -, das fehlende Bindeglied zwischen dem "Ulysses" und "Finnegans Wake" gefunden zu haben, berichtet der Rezensent, der sich nicht sich ist, ob er auf diese Lesart einschwenken soll, die das Werk im Text sucht, oder ob er nicht doch eine strenger philologische und präzisere Herangehensweise bevorzugt. Für die sei in einer Rezension jedoch kein Platz, bekennt Müller, der nur einige Hinweise zu interessanten Fragen einstreut. Die Übersetzung von Friedhelm Rathjen scheint dem Rezensenten grundsätzlich zu gefallen, mutig findet er sie allemal, nur der ziemlich aktuelle Neologismus "Gutmensch" ist ihm aufgestoßen, gibt Müller zu.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014

Klare Lesempfehlung von Rezensent Fritz Senn für diese elf kurzen Fragmente von James Joyce aus der Zeit nach dem "Ulysses" und vor "Finnegans Wake". Warum? Falsche Frage, meint Senn, der trotz Fehlen einer abgerundeten Form und Struktur bei diesen Texten von einem literarischen (P)Fund spricht. Dafür sorgt zum einen die Herausgabe durch Danis Rose, einem Kenner, versichert Senn, zum weiteren die Übersetzung durch Friedhelm Rathjen, auch ein Kenner, und zuletzt noch die relativ geringe Frustrationsgefahr beim Lesen, verglichen mit "Finnegans Wake" jedenfalls, meint Senn. Auch wenn sich beim Rezensenten hier vergleichsweise wenige Aha-Momente einstellen, so schätzt er doch den Humor der Texte und die relative Unbeschwertheit, mit der sich der Leser Joyce hier (noch) nähern darf.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2014

Werner von Koppenfels vermisst eigentlich nur das Original in dieser Ausgabe von insgesamt elf frühen Prosatexten von James Joyce. Davon abgesehen entdeckt er im Band Bezüge zur irischen Geschichte und Mythologie, vor allem aber eine Nähe zu "Finngans Wake", die ihn entzückt. Auch wenn nur wenig vom hier zu Lesenden wirklich "unentdeckt" ist und auch von einer eigenen, vom Autor geplanten Textsammlung nur schwerlich zu reden ist, wie Koppenfels findet, bereitet die Sammlung aus Hochkomischem, Parodistischem dem Rezensenten Genuss. Die Tatsache, dass Joyce hier noch weniger wortspielerisch zu Werke geht und die Übersetzung durch Friedhelm Rathjen machen Koppenfels die Lektüre leicht und lustvoll.
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