Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Anna Katharina Ulrich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2003
Der Vorgang der Überlieferung, weiß Eleonore Frey, handelt nicht allein von Kontinuität, sondern auch von Rissen. Das ist die Kondition des Exils, und darum gehe es in dem Buch des französischen Psychoanalytiker Jacques Hassoun, das nun erstmals, ergänzt durch zwei Essays und ein Nachwort der Übersetzerin, in deutscher Sprache vorliegt. Die Exilierten, folgt die Rezensentin Hassouns Gedanken, befinden sich in einem inneren Zwiespalt, dem sie durch das Erzählen zu entkommen suchen - "indem sie das, was sie in 'Vaterworten', und das heisst, in den Signifikanten der herrschenden Ordnung, übernommen haben, beim Weitergeben anreichern mit dem, was sich als 'geschmuggelte Muttersprache' wirksam ihrem Vergessen eingeschrieben, als dissonanter oder dunkler Unterton ihrer Stimme mitgeteilt hat". Das Ergebnis sei ein Gewinn, für den Einzelnen und für die Nationen. Ein Gewinn sei auch dieses Buch von einem, der als "eigenwilliger Denker und als Erzähler" lesbar sei. Eine Entdeckung, feiert Frey.
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