Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit. J.R. Moehringer erzählt eine wahre Geschichte - vom Leben des beliebtesten Bankräuber aller Zeiten, Willie Sutton. New York, Weihnachten 1969. Willie Sutton packt seine Bücher ein und räumt die Zelle. Endlich Freiheit. Nach siebzehn Jahren. Doch die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Mit einem Fotografen und einem Reporter fährt er durch das verschneite New York auf den Spuren seiner legendären Vergangenheit: Die Kindheit im irischen Viertel, der erste Raub, dann 200 Banküberfälle, ohne je einen einzigen Schuss abzufeuern - und immer wieder Bess, die ihm das Herz brach. Wie ein Puzzle setzt sich Seite für Seite Suttons Leben zusammen. Was dabei Wirklichkeit und was Erfindung war, werden wir nie erfahren. Aber was macht das schon.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.06.2013
Bloß nicht vom Titel abhalten lassen!, warnt Judith von Sternburg: J.R. Moehringer erzählt hier nicht von verfehlter Liebe, sondern die irre Geschichte des legendären Bankräubers Willie Sutton, der ungeheuer fleißig, überlegt und ausdauernd vorging. Vierzig Jahre lang hat er - mit staatlich forcierten Unterbrechungen - sein Metier betrieben, Amerikas Bankangestellte kannten ihn irgendwann so gut wie die Polizisten. Aber nicht nur die Geschichte ist gut, versichert Sternburg, auch der Autor: Moehringer kann recherchieren, sich einfühlen und schreiben. "Klasse Buch", meint Sternburg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013
Rezensent Jakob Strobel y Serra findet kaum genug Worte, um seinen Begeisterung für J. R. Moehringers neuen Roman "Knapp am Herzen vorbei" auszudrücken. Er liest hier die in einer virtuosen Verbindung aus wahren Begebenheiten, Fiktion und Fantasie erzählte Geschichte des Bankräubers Willie Sutton, der als Jugendlicher mit besten Zukunftschancen aus Liebe zu einer Großindustriellen-Tochter auf die schiefe Bahn gerät und bald als inzwischen umjubelter Volksheld ins Gefängnis kommt. Der Rezensent erlebt nicht nur, wie Sutton hinter Gittern fanatisch Platon, Dante, Shakespeare und Kerouac liest und bald selbst Romane schreibt, sondern auch, wie er nach seiner Freilassung von einem Journalisten an die Stationen seines Lebens in New York begleitet wird. Zugleich folgt der Kritiker dem "tragischen Helden" durch die Geschichte Amerikas im zwanzigsten Jahrhundert vom Einwandererelend bis zur Achtundsechziger-Revolte. Nichts anderes als das "nackte Leben" ab, erlebt der verzauberte Rezensent hier, der sich zudem mit dem brillanten Humor des Autors bestens amüsiert hat.
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