Isolde Ohlbaum und Michael Krüger sind sich im Umfeld des Hanser-Verlags in den 70er Jahren begegnet. Krüger war dort einer der Verantwortlichen für das Belletristikprogramm, Ohlbaum ist sozusagen eine zur Fotografie übergelaufene Mitarbeiterin. Die Betreuung der Dichterinnen und Dichter des Hanser-Programms durch Michael Krüger wurde von Isolde Ohlbaum fotografisch festgehalten. Hinzu kommen viele Bilder von literarischen Veranstaltungen und Preisverleihungen, die Veranstaltungen des Petrarca-Preises eingeschlossen. Der Umschlag unseres Buchs zeigt den Dichter Gregor von Rezzori, einen alten Herrn auf der Leiter, der Rosen an der Hauswand seiner toskanischen Villa Santa Maddalena schneidet; ihm geht Michael Krüger zur Hand, er hält die Leiter und eine bereits geschnittene Rose. Dieses Bild kann als Metapher für die Aufgabe eines Lektors und Verlegers gelesen werden. Mit seiner Arbeit bei Hanser hat Michael Krüger Literaturgeschichte mitgeschrieben. Sie ist hier in ca. 120 Fotografien von Isolde Ohlbaum dokumentiert. So viele Dichterbilder in einem Band hat es noch kaum gegeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.12.2023
Sehr gern blättert Rezensent Arno Widmann in diesem Fotoband, der aus 140 Aufnahmen von Isolde Ohlbaum besteht, die den Verleger Michael Krüger gemeinsam mit diversen Literatinnen und Literaten zeigt, von Handke bis Les Murray. Auch die kurzen Kommentare, die Krüger zu den Bildern verfasst hat, beeindrucken Widmann. Nur eines der Bilder wirke inszeniert, es zeigt Krüger mit Wolfgang Ebert, alle anderen präsentieren Menschen ohne fiktionalisierenden Zusatz. Am allerbesten gefällt dem Rezensenten ein Bild, das Krüger mit seiner Frau Ariane von Wedel zeigt.
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