Irvine Welsh

Drecksau

Roman
Cover: Drecksau
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 1999
ISBN 9783462028669
Taschenbuch, 456 Seiten, 14,32 EUR

Klappentext

Sergeant Bruce Robertson arbeitet sich in seinem Mordkommissariat nicht gerade tot, es gibt Schöneres zu tun: nette Beschäftigungen auf der Herrentoilette, kleine Intrigen gegen Kolleginnen oder auch ein Kurztrip nach Amsterdam, ins Sex- und Drogenmekka. Ärgerlich, dass Bruce dann doch noch einen ekligen Mord aufklären soll. Immer tiefer begibt sich Bruce Robertson, mit dem Welsh gewiss eine der widerwärtigsten Figuren der jüngsten Literatur geschaffen hat, in die Abgründe menschlichen Daseins. Widerstand gegen das Böse kommt von unerwarteter Seite: Als Sprachrohr der Moral entpuppt sich der Bandwurm, der Bruce seit längerem quält. Von Irvine Welsh´s Roman "Drecksau" wurden in Großbritannien bis heute 270000 Exemplare verkauft, die britische Polizei versuchte, eine einstweilige Verfügung gegen dieses Buch zu erwirken, weil sie sich durch das Cover beleidigt fühlte. Doch auch diese Aktion konnte nicht verhindern, dass der Roman lange auf Platz 1 der Bestsellerliste stand.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2000

Stephan Maus ist über dieses Buch geteilter Meinung. Einerseits zeigt er sich spürbar fasziniert von der Vulgarität, die Welsh seinem Protagonisten mit auf den Weg gibt, von der Sprache, die - wie er findet - vom "glühenden Rand der Paranoia" kommt und von der unbändigen und mitreißenden Energie dieser Erzählung. Weniger begeistert ist der Rezensent allerdings von der "psychoanalytischen Bauklötzchenkonstruktion", durch die der Fiesling und Protagonist des Buchs, Seargent Bruce Robertson, letztlich als vom Leben gebeutelter, empfindsamer Typ mit schrecklicher Kindheit gezeichnet wird. Lieber hätte es Maus gesehen, wenn Welsh konsequent bei seinem Bild einer "bunt changierenden, gärenden, schwärenden und glaubhaften Drecksau" geblieben wäre. Denn dadurch wäre dem Leser letztlich das Abgleiten dieser Geschichte in den Kitsch und die "Seifenoper" erspart geblieben.
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