Inbal Abergil

Inbal Abergil

The Presence of Absence
Cover: Inbal Abergil
Kehrer Verlag, Heidelberg 2025
ISBN 9783969001967
Gebunden, 192 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Abergils künstlerisches Interesse gilt der Darstellung des Krieges abseits der geopolitischen Dimensionen und zeigt die menschliche Seite der oft unpersönlichen Medienberichterstattung. Das Buch beleuchtet die Geschichten von Gold Star Families (Angehörige verstorbener Militärangehöriger). Inbal Abergil traf Familienmitglieder von Gefallenen und dokumentierte deren Methoden der Verlustbewältigung durch die Bewahrung persönlicher Gegenstände. Mit den Porträts der "Casualty Notification Officers" gibt sie der Nachricht über den Tod eines Verwandten ein Gesicht und zeigt, welche Leitlinien im Umgang mit Trauer den Heilungsprozess unterstützen sollen. Ein Video porträtiert das Leben von vier Müttern, die den schmerzlichen Tod ihrer Söhne erlitten haben. "The Presence of Absence" ist eine berührende Dokumentation über den menschlichen Preis von Kriegen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 21.02.2026

Dass Soldaten in jedem Einsatz mit dem Tod konfrontiert sind, ist etwas, das man meist weit von sich wegschieben will, so Rezensent Frank Dietschreit, die Fotografin Inbal Abergil widmet sich aber nun ohne Sensationsgeilheit der Frage, wie Hinterbliebene bei der Nachricht reagieren, dass ein Soldat gefallen ist. Sehr respektvoll liest und schaut sich das Buch für Dietschreit an, denn es gibt keine Bilder der Toten, keine Bilder von Trauernden, sondern zum Beispiel von Stillleben der von ihnen gebliebenen Gegenstände oder von den Militärangehörigen, die die Nachricht überbringen. Bis zum Vietnamkrieg war es üblich, die Todesnachricht per Telegramm zu übermitteln, erst seitdem machen sich Offizier und Militärgeistlicher persönlich auf den Weg, schildert der Kritiker. Aus den den analytisch-wertschätzenden Fotos beigefügten Texten erfährt er mehr über die Gefühle von Überbringern und Hinterbliebenen. Er lobt zudem, dass es Abergil nicht auf ein Urteil über den Krieg anlegt, sondern dass sie die Betrachter und Leserinnen selbst zum Nachdenken und Überlegen bringt.