Ian Mortimer

Im Mittelalter

Handbuch für Zeitreisende
Cover: Im Mittelalter
Piper Verlag, München 2014
ISBN 9783492056052
Gebunden, 432 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Übersetzt von: Karin Schuler. Stellen Sie sich vor, Sie könnten in der Zeit reisen: Was würden Sie vorfinden, wenn Sie ins 14. Jahrhundert zurückgehen? Was würden Sie sehen, schmecken und hören? Wo würden Sie übernachten? Ian Mortimers große Erzählung über das mittelalterliche England eröffnet uns einen neuen Weg zum Verständnis dieses Zeitalters. Während ein Historiker üblicherweise nach Quellenmaterial sucht und dieses nach neuen Informationen über das Leben in früherer Zeit abklopft, stellt dieser Reiseführer ins Mittelalter einfach auf der Grundlage unserer Erfahrungen mit dem heutigen Lebensstil die Frage, wie wir dort leben könnten. Wir bekommen eine Idee davon, welche Vorstellungen die Menschen wirklich prägten, woran sie glaubten, welche Hoffnungen sie beflügelten und welche Ängste sie quälten. Uns wird bewusst, was es heißt, wenn dreißigjährige Frauen schon als "Winterfutter" gelten, erfahren, wie man Krankheiten nach dem Stand der Planeten behandelt und wie viel Spaß eine "Bärenhatz" machen kann - selbst wenn wir heutigen Menschen eine solche Jagd als grausam empfinden...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2014

Rezensent und Mittelalterhistoriker Michael Borgolte ist zunächst versucht, in die Lobeshymnen über Ian Mortimers neues Buch "Im Mittelalter" miteinzustimmen. Begeistert lässt er sich von dem britischen Historiker und Autor auf eine Zeitreise mitnehmen, die derart plastisch und gut recherchiert ist, dass der Kritiker auch schwierige Zusammenhänge schnell begreift. So lernt er etwa, dass zwischen "hour of the clock" und "hour of the bell" unterschieden wurde, die Zahnerkrankungen durch die Verbreitung des Zuckers in außergewöhnlichem Maße zunahmen oder zum Tode Verurteilten die Organe bei lebendigem Leibe herausgerissen wurden. Dennoch gibt Borgolte zu bedenken, dass die teilweise drastischen Bilder Mortimers in erster Linie die Sinne und die Imagination des Lesers ansprechen, so dass der intellektuelle Anspruch, der dieses Werk auch zu einem formidablen Lehrbuch gemacht hätte, zurückbleibt.
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