Hunter S. Thompson

Hell's Angels

Roman
Cover: Hell's Angels
Heyne Verlag, München 2004
ISBN 9783453620056
Gebunden, 288 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Jochen Schwarzer. In Hell's Angels begleitet Hunter S. Thompson Mitte der Sechziger Jahre die legendären Motorradrocker auf ihren Touren durch Kalifornien. Thompson trifft auf Ralph "Sonny" Barger, den legendären Anführer der Angels, und nimmt ein Jahr lang am turbulenten Alltagsleben der Gruppe teil: Schmutz und Schlägereien, exzessiver Drogenkonsum, wilde Parties und vor allem der Drang nach Freiheit zeichnen diese modernen Gesetzlosen aus. Thompson erlebt, wie durch die übertriebene Berichterstattung der Medien der Mythos des berühmtesten und berüchtigsten Motorradclubs der Welt entsteht. Er blickt hinter die Kulissen und berichtet von seinen Beobachtungen unverblümt und in seinem unnachahmlichen Stil. Hell's Angels ist als Porträt der wilden Sixties längst ein Klassiker der modernen amerikanischen Literatur und liegt jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2005

Ein Jahr lang begleitete der amerikanische Journalist Hunter S. Thompson Mitte der 60er Jahre die Hell's Angels, ein riskantes Spiel, für das er am Ende halbtot geschlagen wurde, berichtet Andreas Rosenfelder. Thompson, bekannt als der Erfinder des teilnehmenden "Gonzo"-Journalismus, beobachtete die Angels mit einer gewissen Sympathie für ihr Außenseitertum, ohne sie in irgendeiner Weise zu mystifizieren, stellt Rosenfelder klar. Der Schmutz, ihre Männlichkeitsrituale, ihr Aufschneidertum, die Trinkgelage kommen ungeschminkt zur Sprache. Die Angels waren für Thompson der "white trash", schreibt der Rezensent; in ihnen sah Thompson die Nachkommen der britischen Linkhorns, kriminelle Habenichtse und Randfiguren der Gesellschaft, die um ihre Träume betrogen worden seien. Am eindringlichsten sei Thompsons "Hell's Angels" deshalb auch dann, wenn sich der Traum vom heldenhaften Außenseitertum in nichts auflöst, schreibt Rosenfelder. Ansonsten bietet das Buch erwartungsgemäß Schilderungen wüster Saufgelage, wilder Motorradtouren, bedrohlicher Ortsbelagerungen, aber auch viele Hintergrundfakten über eine soziale Randgruppe, deren kurze "popkulturelle Blüte", wie Rosenfelder schreibt, im Jahr 1965 mit dem Überfall auf die Anti-Vietnam-Demonstranten in Berkeley bereits wieder zu Ende ging.

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