Hubertus Halbfas

Das Christentum

Cover: Das Christentum
Patmos Verlag, Düsseldorf 2004
ISBN 9783491703773
Gebunden, 691 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Erschlossen und kommentiert von Hubertus Halbfas. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Der Autor stellt das Christentum im Spiegel geschichtlicher Zeugnisse in völlig neuartiger Weise vor. Statt einlinig durch die Zeiten zu führen, setzt er unter wechselnden Fragestellungen immer wieder erneut an, um möglichst vielschichtig wahrzunehmen. Thematisch differenzierte Längsschnitte wie Kirche und Staat, Krieg und Frieden, Ketzer, Frauen, Nächstenliebe ermöglichen den Blick auf Tendenzen, latente Prägungen, Richtungen und Probleme. Er greift Schlüsselbereiche auf, die es erlauben, sich "dem" Christlichen zu nähern, seinen Grundlagen, Leistungen und Lehren, seinen Versäumnissen und Irrwegen. Dies geschieht nicht durch Darstellung aus einer Feder. Vielmehr kommt das, was Geschichte machte, in Originaltexten selbst zu Wort. Die Kommentierung erlaubt die Einordnung in die jeweilige Zeit. Begleitende Stimmen verbinden die Vergangenheit mit der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2004

Problematisch erscheint Rezensent Klaus Berger dieser Band des katholischen Religionspädagogen Hubertus Halbfas über das Christentum. Zwar findet Berger die Gestaltung des "Prachtbandes", der Themen wie "Kirche und Staat", "Juden", "Krieg", "Ketzer", "Frauen" und andere behandelt, und mit zahlreichen Abbildungen und Fotos aufwartet, beeindruckend. Aber mit der speziellen Tendenz des Werkes hat er so seine Schwierigkeiten. Die hätte er in den sechziger Jahren vielleicht recht positiv beurteilt, heute aber findet er sie nicht nur "nicht mehr taufrisch", sondern "auf höchst provinzielle Weise altmodisch". Berger kommt es so vor, als ob Halbfas Religionslehrer um die siebzig als Zielgruppe des Bandes vor Augen habe, denen er auf jeder Seite einhämmern müsse, dass kirchliche Hierarchie schädlich, Feminismus samt Frauenpriestertum wünschenswert, Zölibat verkehrt und Transsubstantiation "out" sei. "Verglichen mit den gewaltigen Themen von Schöpfung und Erlösung", so Berger, "läuft das Buch von Halbfas auf der moralisierenden Betroffenheitsschiene." Das könne man kirchenpolitisch ausschlachten. Im Einzelnen kritisiert Berger zudem einige theologisch fragwürdige Positionen bei Halbfas. Vor allem dessen grundsätzliche Abqualifizierung von Dogma und Dogmengeschichte stören Berger gewaltig. Und Halbfas' Behauptung, die tragfähige Basis für die Erneuerung der Kirche bestehe darin, "die exegetischen Befunde" an die Gemeinden zu vermitteln, bedeutet für Berger angesichts von deren Relativität und Fragilität nichts anderes, "als die Kirche auf zufälligen Einsichten und subjektiven Thesen bauen zu wollen."