Hesiod

Theogonie

Cover: Theogonie
Carl Hanser Verlag, München 2014
ISBN 9783446246157
Gebunden, 214 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Übersetzt und erläutert von Raoul Schrott. Hesiod, der am Fuße des Helikon als Bauer lebte, ist der erste uns bekannte griechische Dichter. Indem die neun Musen ihm am Helikon ihre Stimme einhauchen, weihen sie ihn zum Sänger der "Theogonie". Und so schildert Hesiod den Griechen das Entstehen der Welt, der einzelnen Göttergenerationen und ihrer Kämpfe untereinander - er erzählt von Prometheus und Pandora, Dämonen und Monstern, von Zeus' Machtergreifung am Olymp und den vielen Liebschaften der Götter. Raoul Schrotts Übertragung dieser ältesten Quelle griechischer Literatur klingt modern und zugänglich. Ein Essay über Hesiods Götterkult und den Ursprung der Musen schließt den Band ab.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2015

Burkhard Müller entdeckt zwei Ärgernisse in Raoul Schrotts Hesiod-Interpretation: Der Autor mag seinen antiken Kollegen nicht und verkennt dessen literarische Eigenart. Und seine Neuübertragung missachtet den Abstand in Zeit, Denken und Dichtung zwischen Jetzt und Hesiods Zeit, wenn er sich der eigenen Gegenwart anbiedert, meint Müller. Das mythische Denken auf seinem Höhepunkt, laut Müller in Hesiods Hexametern in all seiner Frische zu entdecken - bei Schrott gerät es zur Nebensache. Schrotts stattdessen im Vordergrund stehender Versuch, den orientalischen Ursprung von Hesiods göttlichem Personal nachzuweisen, scheint dem Rezensenten allerdings recht scharfsinnig, präzis und insgesamt überzeugend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014

Das ist doch mal eine These zur griechischen Götterwelt, findet Rezensent Lorenz Jäger. Wenn Raoul Schrott Hesiods Theogonie übersetzt, liest Jäger nicht nur reichlich drastische wie gewagte Ranschmeißereien ans Gegenwartsdeutsch, sondern auch flüssige, freie Verse über die Macht der Genealogie. Vor allem aber bergen Schrotts Kommentar und seine "kühnen" Ableitungen laut Jäger den Hinweis auf syrische Quellen! Für Jäger eine faszinierende Perspektive, derer sich Historiker erst noch annehmen müssen, wie er schreibt, die den Rezensenten hier aber schon mal ziemlich begeistert. Kleine Missgriffe ins ganz und gar "unantike" Vokabular lässt er Schrott da gern durchgehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2014

Hans-Albrecht Koch is not amused. "Seinem" Hesiod hat der Lyriker Raoul Schrott mit seiner Neuübertragung keinen Dienst erwiesen. Eher hat er vereinfacht, schimpft Koch, hat freie Rhythmen gesetzt, wo der Hexameter floss, und Schiefes und Manieriertes geschaffen, wo Hesiod nur Wörter wiederholt. Auch die im Nachwort genannten Erklärungen, mit denen Schrott den Text zu enträtseln versucht, können Koch nicht überzeugen. Um Hesiod kennenzulernen, empfiehlt er nach wie vor Otto Schönberger bei Reclam.

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