Herman Koch

Angerichtet

Roman
Cover: Angerichtet
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2010
ISBN 9783462041835
Gebunden, 310 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Heike Baryga. Zwei Ehepaare - zwei Brüder und ihre Frauen - haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie sprechen über Filme und Urlaubspläne und vermeiden zunächst das eigentliche Thema: die Zukunft ihrer Söhne Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Paul Lohman, der Erzähler und Vater von Michel, will das Beste für seinen Sohn. Und ist bereit, dafür weit zu gehen, sehr weit. Auch die anderen am Tisch haben ihre eigene, geheime Agenda. Während des Essens brechen die Emotionen auf, schwelende Konflikte zwischen den Brüdern entladen sich, und auf einmal steht eine Entscheidung im Raum, die drei der vier mit aller Macht verhindern wollen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.09.2010

Was genau da so Schlimmes vorgefallen ist und worüber jetzt beim Viergängemenü schweigend gesprochen wird, erscheint Tobias Heyl erst einmal als winziger Kern der Sache. Entscheidend aber ist für ihn das Bild der niederländischen Gesellschaft, das Herman Koch daraus entwickelt. Scharf und differenziert blitzen die Konflikte und Widersprüche westlicher Gesellschaften laut Rezensent in diesem Tischgespräch auf, wenn der Autor sein analytisches Talent walten lässt. Auch wenn die Erkenntnisse nicht immer originell sind, am Ende weiß Heyl immerhin: Einstudierte liberale moralische Haltungen taugen im Alltag nicht viel. Wie daraus in der Praxis dennoch Monster werden, findet er, liest sich bei Koch zuweilen wie ein Thriller.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2010

Keine Frage, dieser Arsch ist dem Rezensenten sympathisch. Und das, obwohl Oliver Jungen klarstellt, dass es sich hier um eine durch und durch neurotische Figur handelt, die im Sternerestaurant die Kellner zum Dinner verspeist. Apropos, drei Gänge eines Abendessens leiten den Rezensenten durch den fünften Roman von Herman Koch, in dessen Verlauf ein dunkles Geheimnis auf die Teller kommt. Der Erzähler, als Mensch eine Katastrophe, narrativ aber laut Jungen ein Glücksfall, schafft es, dass der Rezensent sich ständig neu orientieren muss und das Buch schließlich "gegen" ihn liest, als so schuldbeladen zeigt er sich. Und weil der Realismus hier begleitet wird von einem enorm schwarzem Humor, schätzt Jungen das Buch nochmal mehr.
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