Mal durch einen Heilzauber - der uns in diesem Fall in den Merseburger Zaubersprüchen erhalten geblieben ist -, mal durch einen Wetter- oder Schadenszauber, aber auch mit Hilfe noch ganz anderer magischer Methoden haben die Menschen im Mittelalter und der frühen Neuzeit versucht, ihr eigenes Leben, ihre Mitmenschen und ihre Welt zu beeinflussen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2010
Michael Borgolte gibt so einiges an Lektürefrüchten preis, die er in Helmut Birkhans Buch über die Magie und die Mantik im Mittelalter geerntet hat. Der Wiener Germanist unterscheidet in seiner Untersuchung der mittelalterlichen "Denkmuster" allerdings nicht ganz "sachgerecht" Magie der Gelehrten und Magie des Volks, stellt der Rezensent, allerdings ohne erkennbaren Unwillen, fest. Als besonderes Verdienst rechnet er dem Autor an, dass er einen detaillierten Blick auf magische Denkmuster von heute wirft, und hier nennt der Rezensent unter anderem Kettenbriefe, Daumendrücken oder Trikotwechsel nach dem Fußballspiel. Am Ende gelangt Borgolte zu der Gewissheit, dass sich "Magie ebenso wenig ausrotten lässt wie der Mythos" und entdeckt hier mit Birkhan eine "Auffassung" vom inneren Kosmoszusammenhang, die wohl so bald, trotz Aufklärung und Forschung, nichts aus der Welt schaffen wird.
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