An ihrem 33. Geburtstag erfährt die junge Anwältin Sandrine Feuerbach, daß ihre Tante Charlotte in Toulouse gestorben ist. Sandrine fährt sofort von Nürnberg nach Südfrankreich zur Beerdigung, wo etliche Überraschungen auf sie warten. Nicht genug, daß die Tante ihr zwei Anwesen Frankreich hinterlassen hat, in ihrem Testament offenbart sie das Geheimnis der Herkunft ihrer Familie. Sandrine ist eine echte Calas, und damit wird die grausame"Affäre Calas"des Jahres 1761 zu einem Teil ihrer Familiengeschichte. Damals war der älteste Sohn der Familie unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Die mysteriöse Bruderschaft der Weißen Büßer beschuldigte den Vater, seinen Sohn ermordet zu haben, weil er vom protestantischen zum katholischen Glauben konvertieren wollte. Als Sandrine alte Papiere findet und mit Hilfe ihres Jugendfreundes Henri weitere Nachforschungen anstellt, versucht jemand, sie zu ermorden, und Henri verschwindet spurlos. Alle Spuren führen zu zwei noch heute einflußreichen Geheimbruderschaften, die bereits beim Fall Calas nicht vor Mord zurückschreckten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2008
Mittelprächtig scheint Laura Weißmüller dieser historische Thriller von Helene Luise Köppel. Zwar findet sie die die Ausgangssituation - eine Juristin und ihr Jugendfreund versuchen, einen 250 Jahre alten Justizskandal aus dem 18. Jahrhundert aufzuklären - durchaus spannend. Auch gelingt es der Autorin ihres Erachtens die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Aber richtig begeistert hat sie das Buch nicht. Dass die Figuren der Jetztzeit vor dem Hintergrund der französischen Glaubenskriege blass bleiben und sich hier Sprache und Handlung auf dem Niveau einer "seichten Vorabendserie" bewegen, wäre in Weissmüllers Augen nicht einmal so schlimm, schließlich könnte sich so "der Fokus des Interesses auf die Vergangenheit" konzentrieren. Allerdings stört Weißmüller, dass Köppel sich in zahllosen kleinen Abhandlungen ergeht, die nur zum Teil instruktiv sind. Besonders nervt sie, wenn sich die Autorin der Kunst des Barock zuwendet und dabei den Meisterwerken stets irgendwelche geheimen Botschaften zuschreibt, um sie für den Plot ihrer Geschichte nutzen zu können.
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