Der smarte Russe Dima war nur mal kurz für kleine Jungs. Als er zum Wagen seiner Familie zurückkommt, sind sein Vater und seine Schwestern tot - durch Kopfschüsse aus nächster Nähe eiskalt hingerichtet. Vom jüngsten Familienmitglied, der sechsjährigen Mathilda, fehlt jede Spur. Dima hat nicht die leiseste Ahnung, in was seine Familie verwickelt war. Er weiß nur, dass er Mathilda finden muss - und den Mörder. Eine gnadenlose wie halsbrecherische Verfolgungsjagd durchs bayrische Voralpenland nach München beginnt, an deren Ende für Dima alles, was ihm noch geblieben ist, auf dem Spiel steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2019
Rezensentin Katrin Doerksen liest mit Vergnügen diese "Freakshow" von Kriminalroman, in dem Hazel Frost einen realen Mordfall mit den Mythen der Popkultur kurzschließt. Vier Tote werden auf einem Parkplatz, regelrecht hingerichtet, eine Killerin auf der Flucht, zwei Ermittler auf ihrer Spur. Die Figuren in diesem Roman sind stark überzeichnet, warnt Doerksen vor, die sich jedoch nur am Anfang in ein Tarantino-artiges Pulp-Universum versetzt sah, später jedoch in die "eisigen Gefilde sibirischer Gefühlskälte". Wie Frost zugleich ernsthafte und satirische Töne anschlägt, Waffengeschäfte mit dem Literatubetrieb koppelt, und ihren Figuren ein Sprache verpasst, die keineswegs zu ihrem Profil passen, findet die Rezensentin anregend und unterhaltsam.
Rezensentin Kirsten Reimers staunt über die Klugheit, mit der Hazel Frost alias Katja Bohnet ihren Thriller konstruiert. Stets nah an einer satirischen Behandlung des Genres, gelingt es der Autorin laut Reimers mit Konventionen zu spielen, jede Menge ausgefallene Figuren und Details zu entwerfen, etwa indem sie Exkurse einflicht und Geschlechterzuschreibungen über den Haufen wirft, und dabei dennoch keine Karikaturen zu entwerfen. Die Ermittler im Text, die einer Mordreihe nachgehen, erfreuen Reimers mit mal slapstickartigen, mal philosophischen Aktionen und Dialogen, und die Themen, die Frost in einem Netz aus Querverknüpfungen verhandelt, Waffenhandel, Drogenkriminalität, Ausbeutung von Frauen und die Auswirkungen von Gewalt, scheinen ihr für zwei Romane zu reichen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…