Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Ungefähr zu der Zeit, als Jim Morrison "Light my fire" und Paul McCartney "Long and winding road" sangen, begegnet Haruki Murakamis Ich-Erzähler dem "100%igen Mädchen" und lässt es fahrlässig ziehen. Er versucht so gut wie gar nicht, seiner Schwester den überaus vernünftigen Verlobten zu verleiden, tröstet sich mit virtuosem Rasenmähen über eine untreue Freundin hinweg, arbeitet in einer Fabrik, die künstliche Elefanten produziert, und träumt von einem wunderbar tanzenden Zwerg, dessen gefährliche Fähigkeiten er sich leiht. Murakamis Erzählungen kreisen um das, was man einst Schicksal nannte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2007
Der Rezensentin Marion Löhndorf fällt angesichts der Wiederveröffentlichung von Haruki Murakamis Geschichtenband - erstmals erschien dieser Band auf Deutsch 1996 - auf, welch "leichte, gewandte Feder" der Autor führt. Die täuscht auch darüber hinweg, wie wenig er oft trotz seiner detailgenau erscheinenden Beschreibungen tatsächlich preisgibt. Die von ihm entworfenen Szenarien erscheinen zunächst "harmlos" und vertraut, doch dahinter lauert eine trostlose Realität, ein Mangel oder ein unerwarteter Abgrund, konstatiert Löhndorf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2007
Ulrich Baron hat sich nicht irreführen lassen. Die losen Fäden so mancher Erzählung aus diesem Band von Haruki Murakami werden schon irgendwo zusammenlaufen, die indifferenten Figuren werden sich entscheiden, meint er, und sei's in einem neuen Roman des Autors. Derart gelassen lesend begegnet Baron in diesen von einer beunruhigenden Muse angespornten Texten Komischem wie Beklemmendem. Und das sorgt dann doch für die gewünschte Aufregung.
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