Fünf Novellen, die im Südwesten von Berlin spielen und durch die sich der Teltowkanal mit seinen schwarzen Krähen, versteckten Villen und unwegsamen Waldstücken wie ein roter Faden zieht. Darüber ein Himmel, der durch eine Aschewolke plötzlich verschlossen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2013
Bezaubert zeigt sich Walter Hinck von der Novellenkunst des Autors, die, in den fünf Stücken in unterschiedlichen Überzeugungsgraden zu bewundern, ihm in "Die Cellistin" am stärksten sich zu zeigen scheint. Wie der Autor anhand von kleinen Begebenheiten Wahrnehmungsgewohnheiten infragestellt, gefällt dem Rezensenten ohnehin. Wenn der besagte Text poetisch, rhythmisch sich als novellistisches Gleichnis vom Überdauern der Kunst offenbart, findet Hinck das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit nahezu perfekt ausbalanciert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2013
Fast möchte er an Gespenster glauben, Roman Bucheli. Derart verzaubert und schön dunkel kommen die in diesem Band enthaltenen, miteinander korrespondierenden Novellen von Hartmut Lange daher. Das fugenlose Weltbild der Gegenwart lässt sich der Rezensent von diesem Autor gerne erschüttern. Ganz leicht, fast unmerklich macht der Autor das. Bucheli folgt ihm, ganz gegenwärtig berührt erst, sprachlich und den Gestus des Erzählens betreffend, dann plötzlich gebannt durch Langes genauen Blick oder eine beharrliche Figurenzeichnung, die der Geschichte etwas Überzeitliches verleiht, wie Bucheli erklärt. Fontane und Poe kommen ihm in den Sinn, wenn Langes Figuren durch Berlin oder London streifen. Ansonsten jedoch bleibt vieles in der Schwebe. Ein Mord? Vielleicht, meint Bucheli. Auf jeden Fall geht es um Seelenzustände in diesen Geschichten, genauer: um die Nachtseite des Lebens, so weiß er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.03.2013
Warum, fragt sich Mathias Schnitzler, rennen die Leute eigentlich immer alle zu Günter Grass und Martin Walser? Wo doch Hartut Lange "viel raffinierter und zauberhafter erzählt". Ihm passiert das jedenfalls nicht mehr, denn auch den jüngsten Novellenband des unermüdlichen Lange hat er als einen dieser wunderbaren Texte gelesen, die ihre "Abgründigkeit" nicht ausstellen, sondern einfach nur ihren Protagonisten in die Selbstauflösung folgen. Wie schön das Scheitern bei Lange werde, führt Schnitzler mit der Geschichte über einen unglücklichen Architekten vor, der seiner Frau in den Tod folgt - stetig begleitet von den Krähen überm Teltowkanal.
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