Aus dem Englischen von Joseph Imorde und Michael Gnehm. Mit Beiträgen von Leonardo Benevolo, Andre Corboz, Bernhard Hoesli, Paul Nizon, Aldo Rossi, Dolf Schnebli, Adolf Max Vogt, und anderen. Harry Francis Mallgraves Studie stellt die bisher umfassendste Semper-Monografie dar. In der Kombination rein biografischer mit architekturgeschichtlichen, ideen- und wissenschaftsgeschichtlichen Gesichtspunkten situiert er Gottfried Semper (1803-1879) in seiner Zeit, umreißt aber auch seine Bedeutung für die Nachgeborenen und belegt diese anhand zahlreicher Zitate und Vergleiche.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.05.2002
In fünf Großkapiteln nähert sich der Autor dem Leben und Werk Gottfried Sempers: vom "sensationellen Durchbruch" mit dem Dresdner Ersten Hoftheater, über die Jahre im Pariser und Londoner Exil, die Lehrtätigkeit in Zürich bis zur letzten Periode mit weiteren großen Bauaufgaben. Geschildert wird das alles, wie die Rezensentin Heidrun Laudel findet, "höchst lebendig". Beim Werk konzentriert sich Mallgrave ganz bewusst auf die "Prachtgebäude", zu Recht, meint die Rezensentin, denn so werde Sempers "souveräner" Zugriff auf die Baukunst, etwa bei der Analyse des "Zweiten Hoftheaters", besonders deutlich. Notwendig und erhellend scheinen Laudel die Exkurse des Verfassers, nur so sei den weitgreifenden Interessen (an Geschichte wie Naturwissenschaften, von Archäologie bis Mathematik) des großen Architekten beizukommen. Ja, Mallgrave entwirft damit das "Panorama einer Kultur- und Geistesepoche" - ein wenig geht das auf Kosten des genauen Profils von Sempers Tätigkeit, bedauert die Rezensentin, der "genussreichen Lektüre" und dem Status des Buches als neuem "Standardwerk" tut dies aber keinen Abbruch.
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