Hansjörg Schneider

Tod einer Ärztin

Roman
Cover: Tod einer Ärztin
Ammann Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783250104278
Gebunden, 260 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Hochsommer in Basel ? Kommissär Hunkeler sitzt schweißgebadet an einem Montagmorgen an seinem Schreibtisch im Waaghof. Er sehnt sich nach den kühlen Gemäuern seines alten Bureaus und einem erfrischenden Bad im Rhein, als er einen dringenden Anruf von der Sprechstundenhilfe seiner Hausärztin erhält. Frau Dr. Christa Erni liegt ermordet in ihrer Praxis. Schnell ergeben sich Verdachtsmomente gegen eine Bande Drogenabhängiger, die von der liberalen Ärztin mit Methadon versorgt worden waren, doch Hunkeler ist kein Freund einfacher und voreiliger Lösungen, und sein Instinkt für die Abgründe der menschlichen Psyche führt ihn untrüglich auf andere Fährten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2001

Sympathischer Held, dieser Hunkeler: Dickkopf, leicht depressiv, bisschen sentimental und befriedigend subversiv. Sacha Verna hat über diesen Kommissär glatt den Kriminalroman vergessen. Was soll's auch: "Der Täter wird entlarvt und die Welt dadurch nicht besser. Man braucht es gar nicht so genau wissen." Weitaus mehr interessiert sich Verna da schon für die brennende Frage, wie lange der klapprige Stuhl noch vor sich hin quietschen wird, den Hunkeler von zuhause ins verhasste neue Büro geschleppt hat. Sprich: Die Details sind wichtig, die stillen Alltagsaufstände. Ihretwegen verzeiht man dem Autor sogar einen "reichlich konstruierten Plot." Was man trotz allem nicht verzeiht, sind "holprige Dialoge", "Blasensätze", sowas. Das macht, dass die Rezensentin nicht laut jubelt, sondern sagt: "Kein Krimi, den man lesen muss. Aber einer, den man lesen kann, ohne es zu bereuen."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2001

Der Baseler Kommissar Peter Hunkeler ist eher ein Nachfahre von Glausers Wachtmeister Studer als von Simenons Kommissar Maigret, warnt Beatrice Eichmann-Leutenegger. Auch bei der Aufklärung des Mordes an einer bekannten Baseler Ärztin vertraue er wie immer mehr auf seine Intuition als auf Kriminaltechnik. Dabei hilft ihm "in nicht immer glaubwürdiger Weise" häufig Kommissar Zufall, wie die Rezensentin anmerkt. Auch fallen ihr einige klischeehafte Darstellungen negativ auf. Aber eigentlich hat ihr das Buch ganz gut gefallen. So lobt sie das für Schneiders Bücher typische Lokalkolorit, das sich in hier in Baseldytsch und Elsässisch manifestiere, die Gestaltung des "Beziehungsnetzes" zwischen Jäger und Gejagten, Opfer und Täter. Und auch der lange "Schwebezustand", in dem der Leser bei der Aufklärung gehalten werde, hat ihr gefallen.
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