Mit Abbildungen. London, 1760. Ein unscheinbarer Dorfpfarrer aus Yorkshire verursacht einen ordentlichen Skandal. In der Abgeschiedenheit seines bisherigen Lebens schreibt er einen Roman, der vor Witz, Boshaftigkeit, Zweideutigkeit, Phantasie und intellektuellem Furor geradezu überläuft und ihn umgehend berühmt macht: "Leben und Ansichten des Tristram Shandy, Gentleman", der heute als wegweisendes Werk der literarischen Moderne gilt.
Die geistliche Karriere seines Autors Laurence Sterne indessen war erledigt, er ließ sich in London feiern, ging auf Reisen und verfasste eine nicht minder berühmte "Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien". Sein Haus "Shandy Hall" in Coxwold (North Yorkshire) spiegelt erlesenen Geschmack und hochfliegenden Geist - in beidem verbinden sich Laurence Sterne und Tristram Shandy, die schon damals verwechselt wurden.
Hans von Trotha folgt den Spuren Sternes zwischen London und "Shandy Hall", gewinnt dem Autor und seinen Romanhelden neue Seiten ab, klärt ein für allemal, was Empfindsamkeit ist, und nimmt uns mit zu einer ebenso empfindsamen wie vergnüglichen Reise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2018
Paul Ingendaay lobt sich Hans von Trothas Essay als Gelegenheit, das eine oder andere Motiv aus dem Leben und Werk Laurence Sternes genauer auseinandergesetzt zu bekommen, einmal mehr auf die Spuren des "Tristram Shandy" gesetzt zu werden, um ihn endlich doch noch zu lesen, und sich, ganz generell, an der Verbindung von witzigen Gedanken und gutem Deutsch zu erfreuen. Eben dafür nämlich scheint ihm der Autor zu stehen, der sich, ganz Sterne-like gerne verliert, wie Ingendaay bemerkt. Dem Text attestiert der Rezensent eine "empfindsamkeitsfreundliche" Unterströmung, ob er nun, "schön und anregend", Sternes Bildnis in der National Portrait Gallery beschreibt oder die Philosophie John Lockes.
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