Hans Maier

Böse Jahre, gute Jahre

in Leben 1931 ff.
Cover: Böse Jahre, gute Jahre
C.H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406612855
Gebunden, 420 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Hans Maier schildert den Weg des Freiburger Buben, der bei der verwitweten Mutter und den beiden Schwestern in bescheidenen Verhältnissen aufwächst und NS-Zeit, Krieg und Trümmerjahre erlebt, zum Professor und Kultusminister im Kabinett von Franz-Josef Strauß. Aus der Ambivalenz seiner Erfahrungen mit der Politik macht er dabei keinen Hehl. Doch vor allem schildert er mit geradezu literarischer Genauigkeit die unterschiedlichen Milieus der Wissenschaft, der Politik, der Kirche und der Kultur mit ihren Eigenheiten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.06.2011

Zwei Drittel der Erinnerungen des Politikwissenschaftlers Hans Maier, der von 1970-1986 bayerischer Kultusminister war, haben dem Rezensenten Robert Leicht wirklich gut gefallen. Die Anfangsjahre des in eine badisch-katholische Familie Hineingeborenen findet Leicht lebhaft und interessant erzählt. Die Bodenständigkeit Maiers, der auch in den Politikwissenschaften eher das Erzieherische als das Visionäre, Ideologische bevorzugt, beeindruckt ihn. Ebenso die Schilderung der Jahre nach Maiers Rücktritt als Kultusminister. Aber was dazwischen liegt - die Jahre "am Hofe des gewaltigen Herrschers Strauß - bleibt für Leicht sehr blass. Nichts Neues erfährt er über die großen Konflikte in dieser Zeit. Maier bleibt verschwiegen, die Erzählung verliert an Schwung. Schade, findet Leicht, der in Maier eigentlich einen Freigeist erkennt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2011

Wie sehr die Konfession die Bildungseliten prägt, kann Friedrich Wilhelm Graf anhand der Erinnerungen des Tausendsassas, bayerischen Kultusministers, Politikwissenschaftlers und Kirchenmannes Hans Maier ermessen. Überdies lernt Graf hier Joseph Ratzinger und Franz Joseph Strauss von ihren guten und weniger guten Seiten kennen nebst anderen Politikern, Klerikern, Künstlern und Gelehrten aus dem Umkreis Maiers. Am besten aber gefällt Graf, wie Maier hier auftritt. Sachlich, klar und ohne Selbststilisierung schildert er, der immerhin die deutsche Bildungsgeschichte lange Zeit mitgeprägt habe, so Graf, Milieus und Momente deutscher Kulturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2011

Eine umfassende Würdigung lässt Henning Ottmann seinem Münchner Professorenkollegen und einstigen bayrischen Kultusminister Hans Maier angesichts dessen zum 80. Geburtstag erscheinender Autobiografie angedeihen. Eingehend stellt der Rezensent den Werdegang des Autors als Wissenschaftler und Politiker dar, betont sein Engagement in der Katholischen Kirche und seine Leidenschaft als Musiker. Maier habe eigentlich nicht ein, sondern "vier Leben" gelebt, findet Ottmann, der in der Autobiografie als einziges Problem ausmachen kann, eine derartige Fülle an Betätigungsfeldern, Begabungen und Begegnungen zwischen zwei Buchdeckel zu bannen. Dass insbesondere der Rückblick des Politikers nicht von Bitterkeit geprägt ist - nach fortgesetzten Auseinandersetzungen mit Franz Josef Strauß trat er nach 16 Jahren vom Amt des Kultusministers zurück - und sich aus den Erinnerungen vor allem Heiterkeit herauslesen lassen, nimmt Ottmann sehr ein.

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