Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. In den Protokollen des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages von Juli bis Dezember 1952 spiegeln sich die Auseinandersetzungen um die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik und ihrer Streitkräfte an der Nahtstelle zwischen Parlament, Bundeswehrführung und Öffentlichkeit besonders ausdifferenziert wider. Die Einfügung einer neuen Wehrverfassung in die Vorgaben des Grundgesetzes wird ebenso greifbar wie die Anpassungen von Bündnisstrategie und nationaler Verteidigungsplanung an die sicherheitspolitischen Herausforderungen eines sich wandelnden Ost-West-Konfliktes und das Ringen um die großen Rüstungsprogramme. Ein wissenschaftlicher Apparat mit Querverweisen auf Forschungsliteratur und parallele Aktenbestände hilft bei der Erschließung der Detailfragen in den Protokollen wie in den zur Verhandlung kommenden Vorlagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2006
Aufschlussreich findet Rezensent Rudolf Morsey diesen Band, der Protokolle der Sitzungen des Ausschusses zur Mitberatung des EVG-Vertrages zugänglich macht. Der Ausschuss, ein Vorläufer des 1956 konstituierten Bundestagsausschuss für Verteidigung, befasste sich nach Angaben Morseys mit der damals anstehenden Einbindung der Bundeswehr in eine europäische Armee, die im Vertrag über eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) geregelt werden sollte. Auch wenn die geleistete Arbeit letztlich ohne unmittelbare Auswirkungen blieb, da die Nationalversammlung in Paris den bereits ratifizierten EVG-Vertrag kippte, bewertet Morsey die Debatten des Ausschuss positiv. Er bescheinigt ihnen, das parlamentarische Zusammenspiel gefördert und die Diskussionen um die Bundeswehr angeregt zu haben. Hans-Erich Volkmanns Kommentierung der Sitzungsprotokolle lobt er als "dicht und sorgfältig", seine Einführung als "sachlich ergiebig".
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