Hannelore Schlaffer

Alle meine Kleider

Arbeit am Auftritt
Cover: Alle meine Kleider
zu Klampen Verlag, Springe 2015
ISBN 9783866745131
Gebunden, 167 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Anne Hamilton. Vor gut 200 Jahren verabschiedeten sich die Männer weitgehend von der Mode; diese geriet zur - oft belächelten - Provinz der Frauen. Das Kleid vermittelte von nun an als Zeichensprache zwischen der Trägerin und ihrer Welt, es bot der Frau die Möglichkeit zur Selbstdarstellung. Einen letzten Aufschwung erlebte die Mode im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Nicht ohne Wehmut erzählt Hannelore Schlaffer in autobiografisch grundierten Essays von jenen Jahren, in denen Frauen mit dem Kleid einen politischen Auftritt wagten. Diesen besonderen Moment bettet die Autorin ein in den Rückblick darauf, wie sich ihr Interesse für die Mode entwickelte. Sie beginnt bei der Erfahrung, die sie schon als Kind mit den Kleidern der Eltern machte, und endet mit dem Problem des Modeverhaltens im Alter.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2015

Ein sehr schönes und persönliches kleines Buch kann Rezensentin Verena Mayer mit Hannelore Schlaffers Essay "Alle meine Kleider" empfehlen. Interessiert liest die Kritikerin hier etwa nach, wie sehr Frauen durch Mode oder in ihrer modischen Entfaltung eingeschränkt wurden, bewundert aber vor allem Schlaffers persönliche Schilderungen, etwa wenn sie erzählt, wie ihre Mutter stets ihre Hutschachtel mit in den Luftschutzbunker nahm oder Schlaffer sich in den 68er Jahren sowohl politisch als auch modisch emanzipierte. Nicht zuletzt gefällt der Rezensentin die Art und Weise, wie die Literaturwissenschaftlerin so eingängig von Stoffen erzählt, dass ihre Auseinandersetzung mit Mode geradezu metaphysisch wird.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Mit dem Essay "Alle meine Kleider" hat sich die ehemalige Literatur-Professorin Hannelore Schlaffer einmal mehr dem Thema Mode gewidmet, notiert Rezensentin Lena Bopp. Dass Kleidung immer auch politisch ist, liest die Kritikerin hier nach, auch wenn sich das Verständnis von Mode laut Schlaffer heute leider gewandelt habe. So vermisst sie nicht nur Hüte, Faltenröcke und die Eleganz älterer Damen, sondern klagt auch über den Jugendwahn der Modeindustrie, berichtet Bopp, die allerdings bei Schlaffers Ansichten über die Jeans ins Staunen gerät: Ein "Instrument der masochistischen Selbstdarstellung" sei sie, "hermaphroditisch" und somit geradezu eine Förderung der Päderastie. Zugleich begrüßt die Kritikerin die Polemik, Selbstironie und Kühnheit der Autorin, die die Macht der Mode auch unter historischen und literarischen Gesichtspunkten betrachtet. Vor allem aber lobt sie dieses Buch als ebenso ehrliches wie trauriges Werk über die Zeit und das Alter.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.09.2015

Ein sehr milder Verriss von Andrea Seibel. Hannelore Schlaffer war in den Sechzigern ein Paradiesvogel, schreibt sie. Ein Frau mit Sinn für Stil, für Farben und fließende Stoffe. Und heute? Beklagt sie sich in ihrem Buch über die moderne Mode, die Uniform der Jeans, die keine Nuancen kennt. Seibel kann das verstehen, für ältere Frauen sei es schwer geworden, "es gibt einfach keine Damenmode mehr". Dennoch findet sie Schlaffer etwas zu kulturkonservativ. Uniformen gab's schließlich schon immer, und auch heute könne man seiner Individualität noch Ausdruck verleihen.