Günther Schiwy

Birgitta von Schweden

Mystikerin und Visionärin des späten Mittelalters. Eine Biografie
Cover: Birgitta von Schweden
C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406504877
Gebunden, 431 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Birgitta von Schweden, aus schwedischem Hochadel stammend und mit einem einflussreichen Landesfürsten und Reichsrat verheiratet, Mutter von acht Kindern und Hofdame der schwedischen Königin, gibt nach dem Tod ihres Mannes Familie und Heimat auf und gründet den Brigittenorden. Auf dessen Bestätigung durch den Papst, der in Avignon residiert, wartet sie nahezu ein Vierteljahrhundert in Rom. Die Biografie beschreibt die Chancen und Grenzen der öffentlichen Wirksamkeit von mystisch begabten Frauen; die Entstehung eines überragenden schriftstellerischen Werkes kraft visionärer Ausdruckskraft; den Einfluss der bildenden Kunst in den Klöstern und Kathedralen auf die religiösen Vorstellungen der Mystikerin; die Bedeutung der Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem für die Entwicklung eines christlich-abendländischen Bewusstseins.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2003

Birgitta von Schweden ist, wie Michael Borgolte zu Beginn seiner Besprechung hervorhebt, 1999 vom Papst zur "himmlischen Patronin bei Gott für ganz Europa" ernannt worden - nach dem Wunsch des Papstes soll sie also dem neuen Europa Orientierung geben. Trotz der beeindruckenden Wirkung zu ihren Lebzeiten wie danach, habe sich die Forschung, wie wir weiter erfahren, Birgitta jedoch "bisher nur wenig zugewandt". Günther Schiwy habe seiner Heldin allerdings auch nur "einen zweifelhaften Dienst" erwiesen, meint der Rezensent. Zum siebenhundertjährigen Geburtstag der Heiligen habe sich in ihm ein Autor gefunden, der "Neugier mehr als Sachkunde anzubieten hat". Schiwy verfüge, beklagt Borgolte, außerdem nur "über ein bescheidenes Erzähltalent", vor allem aber setze er nirgendwo zu einer Analyse der überlieferten Texte Birgittas an, "die einen originellen Gedanken hervorbringen könnte". Das Buch bestehe vielmehr im wesentlichen aus einer Montage oft seitenlanger und unkommentierter Quellenzitate, nur unterbrochen durch "umgearbeitete Lexikonartikel". Und diese würden zudem ständig als Exkurse eingeführt - und enthielten "viel Überflüssiges".
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