Eine alte staubige Garage, die ihrer Rockband als Proberaum dient, wird für vier Heranwachsende der einzige Lichtblick in ihrem Alltag aus kleinbürgerlicher Enge und familiären Konflikten. Stefano, der gegen den Erwartungsdruck seiner Eltern rebelliert, der introvertierte Alberto, der etwas simpel gestrickte Alex und Giuliano, der mit den Jagdhunden seines Vaters um seine Aufmerksamkeit konkurrieren muss; in den stickigen vier Wänden ihres Proberaums glauben die vier ungleichen Freunde eine Zuflucht vor den Problemen der Außenwelt gefunden zu haben. Als kurz vor den Aufnahmen für den ersehnten Plattenvertrag der Gitarrenverstärker den Geist aufgibt, beschließen sie einen Ersatz aus dem Proberaum einer Rockgruppe zu stehlen. Damit treten sie eine Kette von Ereignissen los, die nicht nur ihre Band, sondern auch ihre Freundschaft auf eine Zerreißprobe stellt...
"Direkt in die Knochen" gekrochen ist der Rezensentin Lotte Everts dieser Comic-Roman über vier Jungs, ihre Band und ein Mädchen. Zwar erzähle Gipi (alias Gian Alfonso Pacinotti) seine Geschichte mit wenigen Worten hauptsächlich in Bildern. Dies tue er jedoch so prägnant und essenziell, dass er mit seiner exemplarischen Geschichte aus ihrer Sicht ebenso subtil wie direkt ins Zentrum dessen trifft, was eben Pubertät und ihre Probleme ausmachen würde. Keine nostalgischen Klischees, sondern Härte und Wirklichkeitsnähe, die von einer "diffusen Überpräsenz des Schweigens" beherrscht werde und der das Kunststück gelingt, auch Seelenzustände abzubilden. Besonders die grau-bunten Zeichnungen erhalten von der Rezensentin höchstes Lob, die von einer Mischung aus Illustration und Comic-Kunst spricht, und bei der sie am meisten die "grandiosen Lichtinszenierungen" begeistern, die selbst graue Bilder zum Glühen brächten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007
Für Rezensent Christoph Haas hat Gipi alias Gianni Pacinotti mit diesem Band ein Meisterwerk geschaffen. Der Comic um die jugendlichen Mitglieder einer Band rockt einfach, findet er, weil "kurze Blocktexte" die sprachliche Seite der Musik abbilden, andererseits aber auch die Faszination von Lautstärke und roher Energie plastisch geschildert wird. Dass Gipi, anders als in seinen früheren Alben, weniger kleinteilig und heller und weitläufiger zeichnet, gefällt Haas ebenso, wie der durch die selbstbewusste Verquickung von "Geradlinigkeit und Raffinesse" bestechende Plot.
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