Gerhard Roth

Atlas der Stille

Fotografien aus der Südsteiermark von 1976-2006.
Cover: Atlas der Stille
Christian Brandstätter Verlag, Wien 2007
ISBN 9783850330268
Gebunden, 304 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Der Schriftsteller Gerhard Roth verwendet seit vielen Jahren den Fotoapparat wie eine Sonde, die ihm beim Beobachten und Aufspüren hilft. Nicht die "schöne", "gute" Fotografie, sondern alles, was nebensächlich und selbstverständlich scheint, interessiert ihn, das Alltäglichste vor seiner Haustür. Lange Zeit war ihm der Fotoapparat ein Hilfsmittel, eine andere Form, Tagebücher oder Notizen zu verfassen, ein Erinnerungsspeicher außerhalb des eigenen Kopfes. Fotografieren geschah dabei so selbstverständlich und unaufgeregt wie Gehen: Unkompliziert, einfach, nebenbei. Allmählich wurde jedoch der Fotoapparat zu einem Gerät, das die Aufmerksamkeit steigerte. Mit Bildern ließen sich nicht nur Notizen, sondern Kürzestgeschichten für die schriftstellerische Arbeit, ja ganze Beobachtungsserien anfertigen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Diese Bilder werden Gerhard Roth einen Platz in der Geschichte der österreichischen Fotografie sichern, davon ist Karl-Markus Gauß felsenfest überzeugt. Unermüdlich habe der Schriftsteller vor allem während seines Aufenthaltes in der Südsteiermark von 1977 bis 1986 alles dokumentiert, was ihm vor die Linse gekommen ist, von Hochzeiten über Begräbnisse bis zu Tieren oder Arbeitsgerät. Dieser Wille zur Bewahrung, den Gauß hier erkennt, steht für ihn im deutlichen Kontrast zur Aggressivität, mit dem der Romancier seine österreichischen Protagonisten in den Büchern behandelt, wo diese meist als alte Nazis oder Gewalttäter ihr Dasein fristen. "Es sind ja dieselben Leute", wie der Rezensent erstaunt feststellt. In diesen Bildern sieht er eine ungewohnte Milde walten, ja sogar den Willen, "noch bei den hässlichsten Österreichern" das Schöne zu entdecken.
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