Gerhard Gamm

Nicht nichts

Studien zu einer Semantik des Unbestimmten
Cover: Nicht nichts
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783518290576
Taschenbuch, 338 Seiten, 12,73 EUR

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.01.2001

Martin Seel kann sich für diesen Band nicht wirklich erwärmen. Es geht hier, wie der Leser erfährt, um das nicht Erfassbare, um `Unbestimmbarkeit`, etwas womit sich der Autor schon seit geraumer Zeit intensiv beschäftigt. Im vorliegenden Band geht es Gamm, so der Rezensent, jedoch nicht darum, seine Überlegungen dazu zu präzisieren, sondern um eine "Ausdehnung seiner ursprünglichen Einsicht". So ist das nicht Erfassbare nach Gemm jedoch `nicht nichts`, sondern entlasse `alles Seiende in einen Raum unauslotbarer Möglichkeiten`. Als Beispiel dafür folgt bei Gamm eine Analyse von Thomas Bernhards Roman `Korrektur`, die seine Thesen belegen soll. Doch hier scheitert der Autor nach Seel vor allem daran, dass er Bernhard (besonders die "humoristischen" Seiten) völlig missversteht, wie er anschließend genauer darlegt. Auch den "moraltheoretische Konsequenzen" des Autors, die Seel kurz erläutert, kann sich der Rezensent nicht anschließen. Aus Gamms Überzeugungen, die eine Nähe zu Emmanuel Levinas aufweisen, folgert Seel, dass demnach Moral "gar keine Unterschiede mehr macht", egal ob es um Dinge, Menschen, Täter oder Opfer geht. Dies schließe letztlich die "Möglichkeit (aus), einen Anderen überhaupt als bedürftig wahrzunehmen".
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