Es ist ein Leben voller Glamour, in das Georgia van der Rohe am 2. März 1914 als Tochter Mies van der Rohes, eines der bedeutendsten Architekten der Moderne, hineingeboren wird...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2001
Sabine Brandt rezensiert mit Sachkenntnis und Empathie die Autobiografie der ältesten Tocher Mies van der Rohes Dorothea bezihungsweise Georgia, wie sie sich selbst nannte. Geboren 1914 habe sie im Freundeskreis ihrer Eltern die bedeutenden Künstler der Zeit kennen gelernt (Gropius, Feininger, Klee, Schlemmer, Kandinsky). Aus diesem Fundus, aus ihrem eigenen Beruf als Wigman-Tänzerin, Schauspielerin und später Regisseurin schöpfe das Buch seine Fülle. Für die Rezensentin erlebten die "meisten Menschen Weltgeschichte genauso wie Georgia van der Rohe, nämlich aus sehr persönlicher Perspektive." Die Autobiografie: eine Abrundung zum Geschichtsbuch? Die Stärke des Persönlichen sei bei diesem Buch aber auch seine (liebenswerte) Schwäche: wiederholt betone die Autorin, welch großen Eindruck sie auf die Männerwelt gemacht habe. Ein Versuch der Kompensation, weil der Vater die Familie früh verließ? Ungeachtet dessen, dass das Buch bei Daten und Fakten so gut wie nicht lektoriert worden sei, stellt Sabine Brandt es an die Seite der Tilla-Durieux-Autobiografie, ja, für sie ist es im Grunde deren Fortsetzung.
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