Aus dem Französischen von Jürgen Brocan. Georges Schehade gehört zu den bekanntesten und einflußreichsten Dichtern der französischen Levante. Er beherrschte das Arabische perfekt, steht aber in der französischen Tradition, v.a. unter dem Einfluß der surrealistischen Bildwelt. Der vorliegende Band umfaßt, mit Ausnahme des stilistisch sehr anderen Frühwerks und dreier Einzelgedichte, die gesamte Lyrik Georges Schehades, auch die erst vor wenigen Jahren posthum in Beirut veröffentlichte "Lyrik VII".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2006
Klar und ästhetisch die Sprache, frei fliegend die Bilder, gibt Rezensentin Angela Schader eine Impression ihrer emphatischen Lektüre. Georges Schehades Gedichte zeigten eigentümlich losgelöste Landschaften, die von einem großen Verlangen nach der Vergangenheit und der Heimat sprächen. Zeitbezüge wie der Zweite Weltkrieg oder der libanesische Bürgerkrieg, ja selbst Menschen überhaupt kämen in den Gedichten aus fünfzig Jahren kaum vor. Bemerkenswert, so die Rezensentin, sei eine über all die Jahre gleich bleibende Metaphorik mit erkennbarer Nähe zu Symbolismus und Surrealismus. Einem Wandel unterliege dagegen die Form, von freien Assoziationen in den frühen bis zu den eher "geschlossenen" Bildern der späten Gedichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2006
"Reinstes poetisches Destillat" sei die Lyrik des 1989 verstorbenen libanesischen Theaterautors und Lyrikers Georges Schehade, der auf Französisch geschrieben habe und die, nach Frankreich, nun auch in Deutschland wiederentdeckt werden müsse, beschwört Stefan Weidner. Näher am Symbolismus als am Surrealismus seien die frühen Gedichte von einem melancholischen, manchmal hermetisch verschlossenen Ton getragen, der sich an der Grenze zur Übersetzbarkeit bewege. In den späten Texten, in denen "Anschauung und Symbol wieder zusammenfallen", werde es dem Leser leichter gemacht. Ausdrücklich lobt der Rezensent die Übertragung von Jürgen Brocat, die sich an Schehades "libanesisches Französisch" elegant angeschmiegt habe und der deutschen Übersetzung "einen Hauch von levantinischem Geist" verleihe.
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