Georg M. Oswald

Unter Feinden

Roman
Cover: Unter Feinden
Piper Verlag, München 2011
ISBN 9783492053839
Gebunden, 356 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Diller ist angespannt und nervös im Vorfeld der internationalen Sicherheitskonferenz. Aber das ist es nicht. Sein Partner Kessel ist auf Drogen, und als der in Panik einen jungen "Arab" überfährt, steckt Diller voll mit drin. Während Diller die internen Ermittlungen gegen sich und Kessel zu kontrollieren versucht, muss er weiter seine Arbeit tun und ein mögliches Attentat auf die Konferenzteilnehmer verhindern. Und die Uhr tickt. Denn wenn der junge "Arab" aus dem Koma erwacht, wird er erzählen, wer ihn lebensgefährlich verletzt hat. Viel zu lange ist Diller nicht klar, dass sein alter Freund Kessel ein noch viel größeres Problem ist. Wut, Verunsicherung, Mord Georg M. Oswald zeigt in seinem Thriller die dunkle Seite des leuchtenden Münchens.

Im Perlentaucher: Verbrechen und Erlösung

wenn man bedenkt, wie vernünftige Menschen in Panik geraten, wenn sie auf einen unvorteilhaften Google-Eintrag von sich stoßen, dann glaubt man gern, wie diese beiden Polizisten versuchen, ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.02.2012

Sylvia Staude ist mit dem ersten Krimi von Georg M. Oswald ganz zufrieden - auch wenn das Buch für sie nur ein halber Krimi ist. In Oswalds zwei Kommissaren entdeckt die Rezensentin ein "polytoxisches Wrack" und einen etwas durchschnittlichen Spießer und lobt, dass die beiden nicht immerzu glänzen müssen. Um so erstaunlicher findet sie es dann, wie die Ermittlung "sich langsam zu einem Ergebnis voranwurmt". Den Stil des Autors möchte die Rezensentin zwar nicht originell nennen, aber für sie passt er gut zu der unaufgeregten Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.02.2012

Gustav Seibt macht sehr deutlich, dass er mit Georg M. Oswalds Roman "Unter Feinden" absolut keine "halbspannende Dutzendware" gelesen hat, denn Oswald sei ein raffinierter Erzähler, der seinen Stoff nicht über Hunderte von Seiten auswalzt. Vielmehr bringt er nach Seibts Informationen auf 250 Seiten den internationalen Terrorismus unter, einen auf den Hunde gekommenen Polizeitalltag, Drogenkriminalität, die Wohlstandsverwahrlosung auf katholischen Privatschulen und vor allem die soziale Lage in Münchens Problembezirken. Wer sich bisher nicht vorstellen konnte, dass es im Westend oder im Hasenbergl zu Aufständen wie in der Pariser Banlieue oder in  Tottenham kommen kann, wird sich von Oswald eines Besseren belehren lassen, so Seibt  -äh - zuversichtlich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2012

Ein neues, korrigiertes Bild von München entwirft Georg M. Oswalds Kriminalroman "Unter Feinden" allemal, berichtet Rezensent Hannes Hintermeier. Er liest hier einerseits die Kriminalgeschichte um die höchst unterschiedlichen Kommissare Kessel und Diller, die ausgerechnet zum Zeitpunkt der Münchener Sicherheitskonferenz einen türkischen Drogendealer überfahren und aus unterschiedlichen Motiven die Tat vertuschen: während Kessel seine Drogensucht nicht eingestehen will, versucht Diller den Schein seines bürgerlichen Familienleben im Münchener Süden zu schützen. Neben dieser Kritik an der Staatsmacht erfährt der Kritiker hier viel über Migrationsprobleme im Münchener Westend. Hintermeier liest zwar interessante Erörterungen über moralische Werte, ein wenig mehr Spannung hätte er sich in Oswalds Kriminalroman trotzdem gewünscht.
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