Georg Klein

Schund & Segen

Siebenundsiebzig abverlangte Texte
Cover: Schund & Segen
Rowohlt Verlag, Reinbek 2013
ISBN 9783498035662
Gebunden, 432 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

"Kaum einer der gegenwärtigen Literaten kann echt und falsch, Kunst und Kalkül so klar und feinsinnig unterscheiden wie Georg Klein. Alles, was er schreibt, schreibt er im Bewusstsein seiner vielfachen Vermitteltheit. Jede seiner Phantasien ist durch die Sprache, durch die Genres, nicht zuletzt durch seine Menschlichkeit und Erfahrung gegangen, bevor er sein erstaunliches Werkzeug ansetzt." (Ina Hartwig in ihrer Laudatio zum Niedersächsischen Staatspreis 2012)

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2013

Die Dringlichkeit in diesen Texten, die Georg Klein im Laufe von zwei Jahrzehnten für verschiedene Zeitungen verfasst hat, ist es, die Wiebke Porombka so fasziniert. Ob sich der Autor nun der Märklin-Eisenbahn, Leonard Cohen, Kafka oder der Biene Maja zuwendet, stets profitiert die Rezensentin sowohl von Kleins Faible für das Verwickelte in den veschiedenen Ausprägungen unserer Kultur als auch von einer Gültigkeit von Kleins Gedanken, die über den Tag hinausreicht. Das kann schön ätzend sein, aber der Rezensentin auch Auskunft über des Autors Poetologie vermitteln, etwa, wenn Kleins Bevorzugung des Künstlichen Porombka plötzlich einleuchtet, und zwar nicht etwa als Fortschrittsoptimismus, sondern eher als Nähe zur Frühromantik. Über gut 400 erhellende Seiten freut sich die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.04.2013

Sätze, die er sich hinter die Ohren schreiben möchte, entdeckt Ulrich Rüdenauer in diesem Band mit gesammelten Feuilletons aus der feinen Feder Georg Kleins jede Menge. Dass man die Welt und die Kunst auch anders sehen kann, lernt er hier gleichermaßen. Allerdings, ohne dass der Autor belehrend auftritt. Kleins Gestus ist laut Rüdenauer angenehm bescheiden, wenngleich, äußerst scharf denkend und gewählt schreibend. Wenn der Autor die Grenzen des Feuilletons in schöner Regelmäßigkeit überschreitet, wirkt das auf Rüdenauer beflügelnd, ganz gleich, ob Klein sich der Biene Maja annimmt, Heinos und oder Stanislaw Lems.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2013

Stephan Speicher ist sich nicht sicher, wie er die Auswahl von Georg Kleins Zeitungstexten in "Schund und Segen" loben soll, ohne dass hinterher gesagt wird, er habe bloß seiner eigenen Zeitung das Wort geredet, bei der etwa ein Drittel der Texte erschienen ist. Um den Autor Klein ins Recht zu setzen, zitiert er also fleißig drauf los, umfangreich, "Begriffe zu referieren, die sich wie Digitalisate vervielfältigen lassen" reicht nicht, findet Speicher. Über Heino schreibt Klein: "Hier spricht ein Ich, das bis ins Mark damit hadert, von den Zeitläufen zu blanker Individualität, zu gehetztem Erwerb, zu einer kalten Welt ohne warmen Winkel gezwungen zu sein"; über Michael Endes "Lummerland": "Ich kann mir kein zarteres Trostbild für das gewaltsam gesundgeschrumpfte Westdeutschland, für die mittlerweile vergangene BRD denken", zitiert Speicher. Georg Klein hat die Fähigkeit Erfahrungen für den Leser unmittelbar zu machen, er wirft neues Licht auf alte Themen und ist ein großartiger, respektloser Kritiker, fasst der Rezensent mit einer tiefen Verneigung zusammen.
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