Aus dem Englischen übertragen und herausgegeben von Wolfgang Obst und Florian Schleburg. Die Liebe zwischen dem schüchternen trojanischen Prinzen Troilus und der schönen Criseyde ist der Stoff, aus dem Geoffrey Chaucer Ende des 14. Jahrhunderts den ersten englischen Roman gemacht hat: eine turbulente, witzige, groteske Liebesgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2001
Eva Leipprand ist vollkommen hingerissen. Geoffrey Chaucer, er wurde vermutlich 1340 geboren und starb 1400, hält sie "unbestritten" für den größten englischen Dichter vor Shakespeare - sowieso. Aber erst seine "Ritterromanze" über den edlen Troilus und die schöne Criseyde - Criseyde dürfte vielen eher als Cressida bekannt sein - hat die Rezensentin richtig berauscht. Nun liegt erstmalig - rechtzeitig zum 600. Todestag des Dichters - das "wunderbar durchkomponierte Kammerspiel" in kompletter Übersetzung im Deutschen vor. Und in was für einer! Wolfgang Obst und Florian Schleburg, Sprachwissenschaftler aus Augsburg und Regensburg, haben nach Ansicht der Rezensentin genau den richtigen Ton getroffen. "Vergnüglicher kann mittelenglische Lektüre dem heutigen Leser wohl kaum nahegebracht werden", lobt Leipprand. Zwar sehr gewagt, aber ausgesprochen gelungen hätten die beiden Wissenschaftler Chaucers überaus intelligentes und vergnüglich-ironisches Werk zu übersetzen vermocht. Auch wenn ihnen an wenigen Stellen vor lauter Spaß und Freude mit manch sehr neumodischen Begriffen der Gaul durchgegangen sei, meint Leipprand. Sei's drum. Die Rezensentin sieht darüber hinweg und ist sich sicher, dass auch Chaucer seine wahre Freude an dieser Ausgabe gehabt hätte.
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