Garth Greenwell

Kleiner Regen

Roman
Cover: Kleiner Regen
Park X Ullstein, Berlin 2026
ISBN 9783988160676
Gebunden, 368 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Milena Adam. Das Leben eines Lyrikers kommt durch einen plötzlichen körperlichen Schmerz zum Halt: Der Schmerz zwingt ihn in die Notaufnahme ins Krankenhaus, dann auf die Intensivstation. Der Frage ausgeliefert, was mit seinem Körper passiert und wie er in sein Leben zurückfinden kann, reflektiert er seinen Alltag, seine Beziehung, die Momente von Glück. Mit dem Krankenpfleger Frank hört er klassische Musik, und auf paradoxe Weise gibt ihm die Welt, die ihm genommen wurde, die Welt zurück. Sanfter Regen ist ein Roman, der an den äußersten Grenzen der menschlichen Erfahrung spielt. Eine körperlich herausfordernde Situation wird zu einem tiefen, transformativen Geschenk, und zeigt uns, was ein gutes Leben ausmacht: Verletzlichkeit, die Beschäftigung mit Kunst, mit den Menschen, die uns nah sind. 

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.05.2026

Wie schwierig es ist, über Krankheit zu schreiben, stellte bereits Virginia Woolf fest, erinnert Rezensentin Jolinde Hüchtker. Es kann gelingen, wie der neue, laut Kritikerin berührende Roman von Garth Greenwell zeigt. Der Protagonist ist Dichter und Hüchtker schon aus vorherigen Bänden bekannt, er liebt bulgarische Lyrik und seinen Mann, den er "bello" nennt, er hat einen Aortenriss und damit einhergehend große Schmerzen. Für die Kritikerin beschreibt Greenwell das Krankenhaus so plastisch, dass sie das Desinfektionsmittel geradezu riechen kann. Krankheit erscheint Greenwell wie ein "Hammer, der auf ein Stück Fleisch eindrischt", zitiert die Kritikerin, die froh ist, dass in dem Buch keine Spuren von Pathos oder Kitsch zu finden sind.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.05.2026

Der Titel von Garth Greenwells drittem Roman ist einem mittelalterlichen Gedicht entlehnt, weiß Rezensent Samuel Hamen. Und damit ist im Grunde der Weg der Lektüre vorgegeben, freut sich der Kritiker, der hier eben nicht einen schnöden Bericht eines Krankenhausaufenthaltes in Folge eines Aorta-Risses liest. Sicher, es geht auch um Todesangst oder das kapitalistische US-Gesundheitssystem, vor allem aber schenkt uns der amerikanische Schriftsteller einen an "Schönheit und Wahrnehmung" reichen Bericht über die geradezu heilige Kraft von Literatur und Kunst, versichert Hamen. Entlang der klangvollen und warmherzigen Langsätze Greenwells erkundet der Rezensent Schmerz, Umgebung und den Körper in Extremsituationen und hält nach der Lektüre fest: Greenwell ist einer der spannendsten Schriftsteller seiner Generation.