Das Leben von Käthe Kruse (1883 - 1968) ist gekennzeichnet durch das Bestreben, allen Widrigkeiten zum Trotz ihre Ideen und Ziele zu verfolgen. Als Kind lebt sie in bedrückender Armut in der starren Ständegesellschaft des wilhelminischen Kaiserreichs. Als junges Mädchen stürmt sie mit außergewöhnlicher Begabung auf die Theaterbühnen Berlins und lebt mit dem berühmten Bildhauer Max Kruse in einer damals skandalösen "freien Ehe'. Sie gehört mehrere Jahre zur legendären Gemeinschaft der Lebensreformer auf dem Monte Verita am Lago Maggiore und entwickelt eine Puppe, wie die Welt sie noch nie gesehen hatte: weich, warm und schwer - ein "Kind fürs Kind'. Was folgt, ist eine Blitzkarriere: Die Puppen werden zum nationalen und internationalen Verkaufsschlager. Ihre Puppenwerkstatt führt sie mit Durchsetzungskraft, weiblichem Charme und unternehmerischer Umsicht bis 1957 durch alle wirtschaftlichen und politischen Krisen hindurch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2010
Eine am typisch Weiblichen interessierte Biografie ist das Buch von Gabriele Katz geworden. Für Miriam Gebhardt kein Grund zur Freude. Frauenbiografien, die das geschäftliche Geschick und die Ehe- und Muttertauglichkeit ihrer Heldinnen attestieren, hat sie anscheinend satt. Dabei, so trauert die Rezensentin, gibt es bei Käthe Kruse jede Menge spannende Ansatzpunkte, an die Katz hätte anknüpfen können. Gebhardt verweist auf den Wandel im Geschlechterverständnis, der sich mit Kruses Geschichte verstehen ließe und natürlich auf Kruses willfährige Rolle (und die ihrer Puppen, "stoffgewordenes Ideal ihrer Zeit") während der NS-Zeit. Dass die Autorin dazu schweigt und nur die Unternehmerinnenkarriere und das Privatleben in den Blick nimmt, kann Gebhardt nicht verstehen. Spannend weil brisant wäre für sie ein Buch gewesen, das auch der ideellen Bedeutung der Käthe-Kruse-Puppe nachgeht.
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