Fritz J. Raddatz

Bestiarium der deutschen Literatur

Cover: Bestiarium der deutschen Literatur
Rowohlt Verlag, Reinbek 2012
ISBN 9783498057930
Gebunden, 138 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Klaus Ensikat. Die Größen der deutschen Literatur erscheinen hier als Fabelwesen; der Leser trifft die nach Wien verirrte Möwe Jelinek, eine Meisterin der Resteverwertung, und die Trockenqualle Lenz, die, sobald zerrieben, Grundstoffe für die Farben Emil Noldes bildet. Der Enzensberger und der Goetz treten auf, Grass als Aal, der onanierende Pimpfe verschlingt, oder Martin Mosebach, der "Andenflamingo" genannte Vogel mit dem gravitätischen Gang. Ulla Hahn ist eine Schleichkatze, die Mayröcker ein Silberlöwe, der nicht brüllen kann, und der Ruge ein Seehase. Und das Habermas, eine possierlichaggressive Primatenart, kann sich durch besondere Ruflaute zum Clanherrscher aufschwingen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.12.2012

Rezensent Martin Halter ist enttäuscht: so schön giftig wie die Tagebuchnotizen von Raddatz liest sich dieses Bestiarium bei weitem nicht. "Flügellahme Literatursatire" statt scharfer Pointen, klagt er. Und bei den Frauen langt Raddatz gern auch mal ganz daneben: "Damenimitator" ist nicht satirisch, sondern nur uncharmant. Da hält sich der Rezensent lieber an die Illustrationen von Klaus Ensikat: der weiß nämlich, was eine spitze Feder ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Bin ich drin oder nicht, das ist der Leseimpetus zu diesem Buch, meint Rezensentin Katharina Teutsch ebenso böse wie der Autor es mit mancher Kollegin treibt, metaphorisch versteht sich. Doch gerade mit den Metaphern stimmt so manches nicht in diesem Bestiarium der deutschen Literatur, findet Teutsch. Das Vorbild für den Band, Franz Bleis "Großes Bestiarium der Literatur", längst vergriffen, konnte das laut Rezensentin besser. Fritz J. Raddatz hingegen kann mitunter recht plump und, wer hätte das gedacht, weder geistreich noch elegant austeilen und Insider-Mätzchen zum Besten geben, Kalauer bestenfalls, urteilt Teutsch. Die einzelnen Artikel von A wie Achternbusch bis Z nennt sie deshalb meistenteils Glossen, kein Kompliment. Das Vorbild bleibt für sie unerreicht, da ändern auch die "delikaten" Zeichnungen von Peter Ensikat nichts dran.
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