Herausgegeben von Leander Hotaki. Die Kritische Werkausgabe versammelt sämtliche wichtigen Prosawerke von Unruhs, d.h. vor allem die vielbeachteten, hochgradig autobiografisch geprägten Novellen, Erzählungen und Geschichten des Dichters, vom Feuilleton, zumal dem konservativen, gerühmt wegen ihrer strengen Form, strukturellen Klarheit wie Konsequenz und meisterlichen Gestaltung des Kernthemas: Menschen, die sich in schicksalhaften Situationen bewähren und über sich selbst hinauswachsen, inmitten chaotischer Wirklichkeit Humanität zeigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2008
Helmuth Kiesel begrüßt diese kritische Ausgabe der Werke des Schriftstellers Friedrich Franz von Unruh, die Leander Hotaki besorgt hat. Er berichtet über Leben und Werk des heute weitgehend vergessenen Autors, eines jüngeren Bruders des bekannteren Fritz von Unruh. Besonders geht er auf die frühe Kritik an Hitler ein, hebt aber auch hervor, dass sich der Schriftsteller zu einem "Kultur-Nationalisten" wandelte und seinen Frieden mit dem Dritten Reich schloss. Nach dem Krieg sei er vor allem von nationalistisch-konservativen und anti-modernistischen Kreisen gelesen worden. Die nun vorliegende Werkausgabe scheint Kiesel dennoch von Bedeutung, beurteilt er doch das Leben sowie die literarischen und zeitkritischen Werke des Autors als überaus instruktiv im Blick auf eine "Rekonstruktion der deutschen Literatur- und Mentalitätsgeschichte". Als sehr "hilfreich" wertet Kiesel dabei die sorgfältige Kommentierung von Leander Hotaki und die abgewogene biografische Studie von Sarah Reuß.
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