Bearbeitet von Carl-Erich Vollgraf. Der Band schließt mit den letzten fünfzehn Manuskripten die Reihe der in der MEGA² erstmals veröffentlichten Texte zum "Kapital" ab. Dreizehn Entwürfe, Skizzen oder Quellenextrakte entstanden 1867/68; sieben betreffen das dritte, drei das zweite Buch. In drei Erörterungen - insbesondere im Manuskript "Über Mehrwert- und Profitrate, Gesetze der Profitrate, Kostpreis und Umschlag des Kapitals" - lotet Marx essentielle Interdependenzen beider Bücher aus. Spürbar ungeduldig sucht er, Band 1 einen stringenten Gesamtentwurf des zweiten Buches zur Seite zu stellen (siehe MEGA² II/11) und die im ,Hauptmanuskript'' zum dritten Buch von 1864/65 offen gebliebenen Fragen definitiv aufzuarbeiten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2012
Gert Lange stellt uns den ditten Band der Marx-Engels-Gesamtausgabe, bearbeitet von Carl-Erich Vollgraf, vor. Der Band hatte seiner Aussage nach einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Kredit- und Konjunkturtheorie des 20. Jahrhunderts. Der Hinweis in der Einführung des Ökonomen Bertram Schefold, der Band weise Mängel in der Darstellungslogik auf, hält Lange nicht davon ab, von Marx (mit Werner Sombart) als dem "stringentesten Theoretiker des Kapitalismus" zu sprechen. Da wagt der Rezensent, sich Aufschlüsse auch zur aktuellen Geldwirtschaftslage zu erwarten. Und siehe da: Überzuckert, wie der Rezensent wissen lässt, von der Ehrfurcht gebietenden editorischen Leistung der MEGA, leuchtet für Lange Marxens Hauptwerk hell, verlangt von ihm zwar auch geduldige Lektüre, belohnt ihn aber mit aufschlussreichen Assoziationen zur aktuellen Verselbständigung des Finanzsektors und zum Verhältnis Mensch-Maschine. Sichtbar für Lange wiederum auch beim Lesen: Wie ernst es Marx war, dem Kapital streng wissenschaftlich und mit eindeutigen Begriffen beizukommen.
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